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Kosten und Verträge

Was kosten Singlebörsen? Preise nach Plattformtyp und Laufzeit

Was kosten Singlebörsen wirklich? Belegte Preisspannen für Apps und Singlebörsen, Monatspreise nach Laufzeit, Beispielrechnungen, 50 plus und Kostenfallen.

Mira Hoffmann
Mira Hoffmann
Redaktionsleitung und Testleitung · 11. Oktober 2026 · 20 Min. Lesezeit

Was kosten Singlebörsen? Die ehrliche Antwort hat zwei Teile. Erstens: Anmelden, Profil anlegen und andere Profile ansehen kostet fast nirgends Geld. Zweitens: Sobald du ohne Einschränkung schreiben, sehen willst, wer dich mag, oder Filter brauchst, landest du in einem Abo, und dessen Preis hängt stärker vom Plattformtyp und von der Laufzeit ab als vom Namen des Anbieters. Die Spanne reicht von 0 Euro bei werbefinanzierten Börsen über einen niedrigen zweistelligen Monatsbetrag bei klassischen Singlebörsen im Jahresabo bis zu einem dreistelligen Betrag pro Halbjahr bei Matching-Plattformen mit Persönlichkeitstest.

Jede Zahl in diesem Text hat eine Quelle mit Stand im Quellenverzeichnis. Wo nur ein Vergleichsportal oder ein älterer Test Zahlen liefert, steht das dabei. Wo wir keine datierte, belastbare Angabe gefunden haben, nennen wir lieber keine Zahl. Anbieterpreise ändern sich, werden teils nach Alter oder Gerät gestaffelt und gelten oft nur für Neukunden. Verbindlich ist immer der Preis, den dir die Plattform vor dem Kauf anzeigt. Die Spannen helfen dir, diesen Preis einzuordnen: Ist er im üblichen Rahmen, oder zahlst du gerade für eine Laufzeit, die du gar nicht brauchst?

Was kosten Singlebörsen? Die Spannen auf einen Blick

Die Verbraucherzentrale beschreibt das Grundmuster so: Die Plattform stellt nur die Infrastruktur bereit, das Anlegen eines Profils mit Angaben und Fotos ist in der Regel kostenlos, zahlungspflichtig wird es meist erst mit einer Premium-Mitgliedschaft, die den Kontakt zu anderen Mitgliedern freischaltet. Daraus ergibt sich die typische Preislogik fast aller Anbieter: kostenlos schauen, bezahlt schreiben.

PlattformtypGrundnutzungBelegter PreisQuelle, Stand
Werbefinanzierte Singlebörsekostenlos, auch Schreiben0 EuroStiftung Warentest, 2016
Swipe-App mit FreemiumProfil, Swipen, Matches, Chat mit MatchesPreis wird in der App angezeigt und kann je nach Person abweichen, bei Tinder fanden sich 2022 laut Bericht 36 PreisstufenThe Local (AFP), März 2024
Klassische Singlebörse mit AboProfil, Suche, eingeschränktes Schreibenetwa 5 bis 25 Euro pro Monat im Jahresabotrusted.de (Affiliate), Abruf 11.10.2026
Klassische Singlebörse, älterer Testwie obenab 45 Euro für drei MonateStiftung Warentest, 2016
Matching-Plattform mit PersönlichkeitstestTest, Vorschläge, kaum Kontakt ohne AboParship 45,90 bis 79,90 Euro pro Monat je nach LaufzeitParship-Preisliste, Juli 2021
Börse für Menschen ab 50Profil und Suche kostenloskeine verlässliche, datierte Anbieterangabe gefundensiehe Abschnitt 50 plus

Zwei Dinge fallen sofort auf. Die Spannen überlappen sich, und die Laufzeit verschiebt den Monatspreis so stark, dass ein Vergleich ohne Laufzeitangabe kaum etwas aussagt. Wenn dir eine Plattform einen niedrigen Monatspreis „ab“ verspricht, ist das in aller Regel der Preis bei der längsten Laufzeit.

Die Daten von Stiftung Warentest sind über zehn Jahre alt. Sie sind trotzdem nützlich, weil sie die letzte unabhängig erhobene Übersicht über mehrere Plattformtypen hinweg sind, die wir finden konnten: Ein Premiumvertrag für unbeschränktes Schreiben kostete bei Singlebörsen damals ab 45 Euro für drei Monate, bei Partnervermittlungen ab 180 Euro für denselben Zeitraum. Eine bemerkenswerte Nebenerkenntnis des Tests: Die Erfolgsaussichten bei den teureren Vermittlungen waren nicht höher als bei den Singlebörsen. Ein hoher Preis ist also kein Qualitätsversprechen.

Vier Plattformtypen, vier Preislogiken

Wer nur auf den Preis schaut, vergleicht Äpfel mit Birnen. Die vier Typen verkaufen unterschiedliche Dinge, und das erklärt, warum ihre Preise so weit auseinanderliegen. Welches Format grundsätzlich zu deinem Ziel passt, klärt der Artikel Dating-App oder Singlebörse. Für die Kostenfrage reicht ein Blick darauf, wofür jedes Format Geld verlangt.

Swipe-Apps mit Freemium

Apps wie Tinder, Bumble oder Hinge sind in der Grundversion kostenlos und bleiben es für viele Nutzer auch. Du kannst ein Profil anlegen, swipen, matchen und mit deinen Matches schreiben. Geld verdienen diese Apps mit Abostufen und Einzelkäufen: mehr Likes, Sehen, wer dich schon geliked hat, Profil-Boosts, Rückgängig-Funktion, erweiterte Filter.

Konkrete Euro-Beträge für Apps nennen wir hier bewusst nicht. Die Preise, die Ratgeberseiten im Netz auflisten, sind oft ohne erkennbares Datum oder widersprechen sich, und die Apps selbst zeigen den Preis meist erst im Kaufdialog an. Bumble schreibt in seinem Hilfebereich, dass die Kosten für Premium, Premium+, Boost und Zusatzfunktionen je nach Abostufe, Laufzeit und Paketgröße variieren. Wie stark Preise bei Apps auseinandergehen können, zeigt der Fall Tinder: Laut einem AFP-Bericht vom März 2024 fand eine schwedische Untersuchung im Jahr 2022 bei Tinder 36 verschiedene Preisstufen, von umgerechnet etwa 2,70 Euro bis zu rund 36 Dollar im Monat. Diese Zahlen beschreiben die damalige Spreizung, nicht deinen heutigen Preis.

Die Besonderheit bei Apps: Du musst nicht zahlen, um die Kernfunktion zu nutzen. Das macht den Einstieg günstig, erzeugt aber laufend Kaufdruck. Welche der Premiumfunktionen echten Nutzen bringen und welche vor allem Ungeduld bedienen, steht im Ratgeber zu den Premiumfunktionen von Dating-Apps.

Klassische Singlebörsen mit Abo

Klassische Singlebörsen arbeiten mit ausführlicheren Profilen und einer Suche nach Kriterien wie Alter, Entfernung oder Interessen. Profil und Suche sind gratis, das Schreiben oder das Lesen von Nachrichten ist bei vielen Anbietern an eine Premium-Mitgliedschaft gebunden. Die Verbraucherzentrale beschreibt genau diesen Punkt als typische Grenze zwischen kostenlos und kostenpflichtig.

Das Vergleichsportal trusted.de nennt für Premium-Abos klassischer Singlebörsen eine Spanne von etwa 5 bis 25 Euro pro Monat im Jahresabo. Wichtig ist der Zusatz „im Jahresabo“: Der Monatspreis bei kurzer Laufzeit liegt in der Regel deutlich darüber. Zur Einordnung: trusted.de verdient über Affiliate-Links an den Anbietern mit. Die Verbraucherzentrale rät generell, Vergleichsportale mit Vorsicht zu lesen, weil Empfehlungen dort von Provisionen abhängen können. Die Zahl ist deshalb eine grobe Marktspanne, keine unabhängige Erhebung.

Matching-Plattformen mit Persönlichkeitstest

Plattformen wie Parship oder ElitePartner arbeiten mit einem Persönlichkeitstest und schlagen dir Profile vor. Ohne Abo kannst du hier meist kaum sinnvoll Kontakt aufnehmen, und die Abos laufen über Monate statt Wochen.

Die letzte offizielle Preisliste, die wir von Parship gefunden haben, stammt vom Juli 2021: 6 Monate für 479,40 Euro, also 79,90 Euro pro Monat, 12 Monate für 790,80 Euro, also 65,90 Euro pro Monat, und 24 Monate für 1.101,60 Euro, also 45,90 Euro pro Monat. Neuere Angaben auf Drittseiten weichen davon ab und widersprechen sich teils, deshalb nennen wir sie nicht. Die Liste von 2021 bleibt trotzdem lehrreich, weil sie die Laufzeitlogik dieses Plattformtyps sehr klar zeigt.

Eine persönliche Partnervermittlung mit Beraterin oder Berater ist noch einmal eine andere Preisklasse. Die Gründe dafür stehen im Artikel zu den Kosten einer Partnervermittlung.

Nischenbörsen, etwa für Menschen ab 50

Börsen für eine bestimmte Altersgruppe, Religion oder Lebenslage funktionieren preislich wie klassische Singlebörsen: kostenloses Profil, bezahltes Schreiben. Weil die Mitgliederzahl kleiner ist, sind die Preise nicht automatisch niedriger. Mehr dazu im Abschnitt zur Singlebörse 50 plus weiter unten. Ob sich ein Spezialportal oder eine große Börse mehr lohnt, wenn du Kinder hast, klärt der Ratgeber zur Singlebörse für Alleinerziehende.

Preis pro Monat nach Laufzeit

Fast jeder Anbieter staffelt seine Preise nach Laufzeit. Das Prinzip ist immer gleich: Je länger du dich bindest, desto günstiger wird der einzelne Monat, desto höher aber der Betrag, den du auf einmal zahlst oder schuldest. Die Parship-Liste von 2021 zeigt das beispielhaft:

LaufzeitGesamtpreisPro MonatErsparnis pro Monat gegenüber 6 Monaten
6 Monate479,40 Euro79,90 Euroentfällt
12 Monate790,80 Euro65,90 Euro14 Euro
24 Monate1.101,60 Euro45,90 Euro34 Euro

Quelle: Parship-Factsheet, Stand Juli 2021. Heutige Preise und Rabattaktionen können abweichen.

Der Monatspreis sinkt zwischen der kürzesten und der längsten Laufzeit um über 40 Prozent. Gleichzeitig steigt der gebundene Betrag von knapp 480 auf über 1.100 Euro. Solche Stufen sind gewollt: Für den Anbieter ist ein Kunde, der sich für zwei Jahre verpflichtet hat, planbarer als einer, der nach einem halben Jahr neu entscheidet.

Was der Laufzeitrabatt für dich bedeutet

Der Rabatt lohnt sich nur, wenn du die Laufzeit auch nutzt. An diesem Punkt kippen die meisten Rechnungen. Nach sechs Wochen gibt es vielleicht jemanden, mit dem es ernst wird, oder die Lust aufs Suchen ist weg. Wer dann noch Monate bezahlt hat, hat nichts gespart.

Eine Faustregel, keine exakte Wissenschaft: Teile den Gesamtpreis des längeren Pakets durch den Preis eines einzelnen Monats. Das Ergebnis ist die Zahl der Monate, ab der sich das Paket rechnet. Kostet ein Monat einzeln 30 Euro und das Halbjahr 90 Euro, liegt die Schwelle bei drei Monaten. Bist du sicher, länger als drei Monate aktiv zu suchen, ist das Paket günstiger. Bist du unsicher, ist das kurze Abo die flexiblere Wahl.

Ratenzahlung und Vorauszahlung

Bei längeren Laufzeiten bieten manche Plattformen an, den Betrag in Raten abzubuchen statt auf einmal. Das fühlt sich an wie ein Monatsabo, ist aber keines: Du schuldest trotzdem die ganze Laufzeit. Manche Anbieter verlangen für die Ratenzahlung einen Aufschlag. Andere wollen den Preis für die gesamte Laufzeit oder eine hohe Anzahlung im Voraus. Die Verbraucherzentrale rät, kurze Laufzeiten zu wählen und möglichst monatlich zu zahlen, auch wenn das etwas mehr kostet, weil du so weniger Geld bindest, falls dir die Plattform nicht zusagt.

Drei Nutzungsmuster durchgerechnet

Preislisten wirken abstrakt, solange du sie nicht auf deine eigene Situation legst. Die folgenden Rechnungen arbeiten mit runden Beispielpreisen, die keinem bestimmten Anbieter gehören: 30 Euro für einen einzelnen Monat, 60 Euro für drei Monate, 90 Euro für sechs Monate. Das Verhältnis zwischen Monats- und Paketpreis ist bei vielen Anbietern ähnlich gestaffelt. Setze für deine Entscheidung die Preise ein, die dir angezeigt werden.

Muster 1: kurze, intensive Suche über sechs Wochen

Nach sechs Wochen ist Schluss, weil es gefunkt hat oder weil du merkst, dass die Plattform nicht passt.

VarianteRechnungGesamtkosten
Zwei Einzelmonate, rechtzeitig gekündigt2 mal 30 Euro60 Euro
Dreimonatspaketeinmal 60 Euro60 Euro
Sechsmonatspaketeinmal 90 Euro90 Euro

Bei kurzer Nutzung ist das große Paket klar die teuerste Wahl. Zwischen Einzelmonaten und Dreimonatspaket ist der Unterschied in diesem Beispiel null. Der Vorteil der Einzelmonate liegt dann allein in der Flexibilität: Du kannst nach dem ersten Monat aussteigen und hättest nur 30 Euro bezahlt.

Muster 2: mittlere Suche über vier Monate

VarianteRechnungGesamtkosten
Vier Einzelmonate4 mal 30 Euro120 Euro
Dreimonatspaket plus ein Einzelmonat60 plus 30 Euro90 Euro
Sechsmonatspaketeinmal 90 Euro90 Euro

Hier gewinnen die Pakete, obwohl beim Sechsmonatspaket zwei bezahlte Monate ungenutzt bleiben. Der Grund ist der große Abstand zwischen Einzelpreis und Paketpreis. Ab etwa drei Monaten tatsächlicher Nutzung kippt die Rechnung zugunsten des Pakets, genau wie die Faustregel oben es vorhersagt.

Muster 3: Gelegenheitsnutzung mit Coins statt Abo

Manche Plattformen verkaufen statt eines Abos Pakete mit einer hausinternen Währung. Angenommen, ein Paket mit 100 Coins kostet 10 Euro und eine Nachricht verbraucht 10 Coins. Dann kostet jede Nachricht einen Euro. Schreibst du in einem Monat 40 Nachrichten, zahlst du 40 Euro, also mehr als für das Monatsabo aus dem Beispiel oben. Schreibst du nur fünf, zahlst du 5 Euro.

Coin-Modelle sind also nur für sehr seltene Nutzung günstig. Sie haben einen zweiten Haken: Der Preis pro Kontakt ist schwer im Blick zu behalten, weil du in Coins denkst und nicht in Euro. Rechne deshalb vor dem ersten Kauf aus, was eine einzelne Nachricht in Euro kostet, und schreib dir die Zahl auf.

Die Kosten, die nicht in der Preisliste stehen

Zu allen drei Mustern kommen Beträge, die in keiner Tarifübersicht auftauchen. Einzelkäufe wie Boosts oder Super-Likes werden bei Apps zusätzlich zum Abo angeboten. Und wer die Kündigung vergisst, zahlt nach der Erstlaufzeit weiter. Für Verträge, die seit dem 1. März 2022 geschlossen wurden, darf sich ein Abo nach der Erstlaufzeit zwar nur noch auf unbestimmte Zeit verlängern und muss dann mit höchstens einem Monat Frist kündbar sein. Jeder Monat, den du übersiehst, kostet trotzdem Geld. Wie sich kleine Einzelkäufe über Wochen zu einer Summe addieren, die ein Abo übersteigt, rechnet der Ratgeber zu versteckten Kosten kostenloser Dating-Apps durch.

Was kostet eine Singlebörse 50 plus?

Viele Menschen ab 50 suchen gezielt nach Plattformen für ihre Altersgruppe und fragen sich, ob diese teurer oder günstiger sind als die großen Börsen. Die Suchanfragen „was kostet singlebörse 50 plus“ und „was kostet 50plus singlebörse“ zeigen, dass dabei oft eine bestimmte Plattform gemeint ist.

Eine datierte Preisangabe direkt vom Anbieter der 50plus Singlebörse haben wir nicht gefunden. Das Vergleichsportal trusted.de, das über Affiliate-Links an Anbietern mitverdient, nennt einen Premiumpreis von 79,99 Euro pro Monat und eine kostenlose Basisnutzung. Dieselbe Seite ist in sich aber nicht ganz stimmig, etwa bei der Frage, was Premium gegenüber der Gratisversion freischaltet, und Angaben zu längeren Laufzeiten fehlen. Nimm die Zahl deshalb höchstens als Hinweis, dass Börsen für Ältere nicht automatisch günstig sind, und prüfe die Preisseite des Anbieters vor dem Abschluss selbst.

Worauf du bei Börsen ab 50 besonders achtest

Für Börsen ab 50 gelten dieselben Vertragsregeln wie für alle anderen. Drei Punkte verdienen trotzdem einen zweiten Blick:

  1. Größe des Mitgliederbestands in deiner Region. Eine Nischenbörse ist nur so viel wert wie die Zahl der Menschen in deiner Nähe und Altersgruppe. Nutze die kostenlose Suche, bevor du zahlst, und schau, wie viele aktive Profile dir angezeigt werden.
  2. Laufzeit im Verhältnis zur Mitgliederzahl. Bei einem kleinen Bestand hast du die passenden Profile oft nach wenigen Wochen gesehen. Ein langes Abo lohnt sich dann selten.
  3. Alternativen mit Altersfilter. Große Singlebörsen und Apps lassen dich nach Alter filtern. Ob eine spezialisierte Börse für dich mehr bringt als der Altersfilter einer großen Plattform, hängt davon ab, wie viele Menschen in deiner Region dort aktiv sind.

Wer nach einer langen Ehe oder Beziehung neu einsteigt, findet in der Partnersuche ab 40 Hinweise, wo und wie die Suche in dieser Lebensphase realistisch gelingt.

Singlebörse kostenlos: was gratis wirklich geht

Ganz ohne Geld zu daten ist möglich. Stiftung Warentest hatte 2016 mit Finya eine werbefinanzierte Singlebörse im Test, bei der die Nutzung komplett kostenlos war. Auch bei Freemium-Apps kommst du mit der Gratisversion weit: Matches und Chats mit Matches kosten bei den großen Apps nichts. Welche Apps für Männer ohne Abo funktionieren und wo Likes und Sichtbarkeit begrenzt sind, zeigt der Ratgeber Dating-App kostenlos für Männer.

Die Grenzen der kostenlosen Nutzung sehen je nach Plattformtyp unterschiedlich aus:

PlattformtypWas gratis meist gehtWas meist Geld kostet
Swipe-AppProfil, Swipen in begrenzter Zahl, Matches, Chat mit MatchesUnbegrenzte Likes, Sehen, wer dich mag, Boosts, Filter
Klassische SinglebörseProfil, Suche, Profile ansehen, teils Nachrichten empfangenNachrichten lesen oder schreiben, Fotos in voller Größe
Werbefinanzierte BörseFast alles, inklusive SchreibenWerbefreiheit, gelegentlich Extras
Matching-PlattformPersönlichkeitstest, Vorschläge ansehen, Fotos oft nur eingeschränktKontakt, Fotos, vollständige Profile

Zwei Warnungen gehören dazu. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass sich kostenlose Mitgliedschaften und günstige Probeabos häufig automatisch in teure Verträge verwandeln und dass bei manchen scheinbar kostenlosen Seiten jede Nachricht extra kostet. Hinter dem Etikett „kostenlos“ stehen dann Coin-Modelle wie im Rechenbeispiel oben. Bei manchen Portalen dieser Bauart führen bezahlte Chat-Partner die Gespräche, Treffen sind dort nicht vorgesehen. Woran du solche Seiten erkennst, erklärt Chatportal oder Singlebörse erkennen.

Warum es eine Singlebörse ganz ohne Registrierung praktisch nicht gibt, steht in Singlebörse kostenlos ohne Anmeldung. Und wenn eine Plattform nur für ein Geschlecht kostenlos ist, erklärt der Artikel zur Dating-App kostenlos für Frauen, was dahintersteckt.

Warum nicht jeder denselben Preis zahlt

Wer mit Freunden über Dating-App-Kosten spricht, stellt oft fest, dass für dieselbe Abostufe unterschiedliche Beträge angezeigt werden. Für jeden Dating-App-Kosten-Vergleich heißt das: Ein Preis aus einem Ratgeber oder von einer Bekannten muss nicht dein Preis sein.

Alter

Die EU-Verbraucherschutzbehörden haben sich 2024 genau mit diesem Thema befasst. Laut Berichterstattung vom März 2024 hatte Tinder bis April 2022 jüngeren Nutzern häufig Rabatte gegeben, während ältere mehr zahlten, ohne dass Nutzer darüber informiert wurden. Die Behörden sahen darin einen Verstoß gegen EU-Verbraucherrecht. Tinder hat zugesagt, altersabhängige Preise nicht mehr ohne klaren vorherigen Hinweis zu verwenden.

Personalisierte Rabatte

Neben dem Alter spielte bei Tinder laut demselben Bericht auch eine Rolle, ob jemand zum Normalpreis kein Interesse an Premium gezeigt hatte. Solche Nutzer bekamen automatisiert Rabatte angeboten. Nach der Zusage gegenüber den Behörden soll die App offenlegen, wenn ein Rabatt individuell festgelegt ist, und erklären, warum. Achte beim Kauf auf solche Hinweise. Wenn dir ein Rabatt angezeigt wird, bedeutet das nicht, dass der normale Preis für alle gilt, und umgekehrt.

Kaufweg: App-Store oder Website

Viele Plattformen lassen sich über die Website und über die App bezahlen. Kaufst du in der App, läuft die Zahlung meist über App Store oder Google Play. Preise und Pakete können sich zwischen diesen Wegen unterscheiden, und ein Abo aus dem App-Store verwaltest du in der Regel auch dort. Wie das im Einzelnen geht, steht im Ratgeber Dating-Abo kündigen.

Worauf du vor dem Abschluss achtest

Der Preis allein sagt wenig darüber, wie teuer eine Singlebörse für dich am Ende wird. Entscheidend sind die Bedingungen drumherum. Diese Prüfliste dauert fünf Minuten vor dem Kauf und erspart dir im Zweifel mehrere Monatsbeiträge. Sie ersetzt keine Rechtsberatung im Einzelfall.

1. Laufzeit und Gesamtbetrag

Lies nicht nur den Monatspreis, sondern den Betrag, der tatsächlich abgebucht wird, und wann. „Nur 15 Euro im Monat“ kann bei einem Halbjahrespaket bedeuten: 90 Euro heute. Bei Laufzeiten mit Ratenzahlung schuldest du die volle Summe, auch wenn sie in Teilen abgebucht wird.

2. Was nach der Erstlaufzeit passiert

Für Verträge seit dem 1. März 2022 gilt laut Stiftung Warentest: Eine automatische Verlängerung in den AGB ist nur zulässig, wenn der Vertrag danach auf unbestimmte Zeit weiterläuft und du ihn mit höchstens einem Monat Frist kündigen kannst. Für ältere Verträge gelten die alten Regeln, mit Verlängerungen um bis zu ein Jahr. Prüfe auch, zu welchem Preis sich das Abo verlängert, denn Einführungsrabatte gelten oft nur für die erste Laufzeit.

Dass solche Klauseln auch vor Gericht landen, zeigt das Verfahren gegen Parship: Der Verbraucherzentrale Bundesverband hatte eine Sammelklage gegen die automatischen Vertragsverlängerungen geführt. Der Bundesgerichtshof hat die Verlängerungen im Juli 2025 laut Verbraucherzentrale teilweise für unwirksam erklärt, betroffene Kundinnen und Kunden können für bestimmte Verlängerungen Beiträge zurückfordern. Ob dein eigener Vertrag betroffen ist, klärt im Zweifel die Verbraucherzentrale.

3. Der Kündigungsbutton

Seit dem 1. Juli 2022 müssen Unternehmen, die Abos über ihre Website abschließen lassen, nach § 312k BGB eine Kündigungsschaltfläche anbieten. Sie muss gut lesbar sein, eindeutig beschriftet, etwa mit „Verträge hier kündigen“, und direkt zu einer Bestätigungsseite führen. Schau vor dem Kauf, ob du diesen Button findest, etwa im Footer oder im Kontobereich. Eine Plattform, die den Ausstieg schon vor dem Einstieg versteckt, macht ihn dir später kaum leichter. Was du tun kannst, wenn der Button fehlt oder nicht funktioniert, erklärt der Ratgeber Dating-Abo kündigen.

4. Testabos und Probeangebote

Ein Probemonat für wenige Euro ist nur günstig, wenn du ihn rechtzeitig beendest. Trag dir das Ende der Testphase in den Kalender ein, am besten einige Tage vorher. Notiere dir außerdem, wie der Anbieter die Kündigung verlangt. Die Verbraucherzentrale nennt den Übergang vom günstigen Probeabo in einen teuren Vertrag als typische Kostenfalle bei Singlebörsen.

5. Coins und Einzelkäufe

Gibt es eine hausinterne Währung? Steht vor jeder Aktion, wie viele Coins sie kostet? Verfallen Restguthaben? Wer Coins kauft, hält das Paket besser klein und rechnet vorher aus, was eine einzelne Nachricht in Euro kostet. Wenn der Euro-Preis für Coins erst nach dem Login sichtbar wird, ist das ein Grund, besonders genau hinzusehen.

6. Widerruf in den ersten 14 Tagen

Bei online abgeschlossenen Abos hast du grundsätzlich ein Widerrufsrecht von 14 Tagen. Nutzt du die Plattform in dieser Zeit schon, darf der Anbieter nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs von 2020 in der Regel nur einen anteiligen Wertersatz verlangen, berechnet nach der Zeit, die vergangen ist. Die Verbraucherzentrale berichtet trotzdem von Fällen, in denen Anbieter für wenige Tage Nutzung hohe Beträge gefordert haben. Was genau zählt, erklärt der Ratgeber zum Widerrufsrecht bei Dating-Apps.

7. Zahlungsweg und Kontrolle

Prüfe, wo die Abbuchung später auftauchen wird und unter welchem Namen. Manche Plattformen buchen über eine Betreibergesellschaft mit anderem Namen ab. Notier dir den Namen, der auf dem Kontoauszug erscheinen wird, damit du die Abbuchung später sofort zuordnen kannst.

Welche Preisklasse zu dir passt

Es gibt keine günstigste oder beste Singlebörse für alle. Es gibt eine Preisklasse, die zu deiner Art zu suchen passt. Drei Fragen helfen bei der Einordnung.

Wie viel Zeit willst du investieren? Wenn du nur nebenbei schaust, reicht die Gratisversion einer App oder einer werbefinanzierten Börse oft völlig. Premium bringt vor allem mehr Tempo, und Tempo brauchst du nur, wenn du aktiv suchst.

Wie lange willst du realistisch suchen? Wer sich für drei bis sechs Monate vornimmt, aktiv dabei zu sein, kann ein mittleres Paket nehmen. Wer erst testen will, startet mit dem kürzesten Abo oder ganz ohne. Lange Laufzeiten bei Matching-Plattformen sind nur dann sinnvoll, wenn du die Plattform vorher kostenlos ausprobiert hast und mit den Vorschlägen etwas anfangen kannst.

Was suchst du? Für lockeres Kennenlernen in der Nähe reichen Apps. Wer gezielt eine feste Beziehung sucht und ausführliche Profile schätzt, fühlt sich bei klassischen Singlebörsen oder Matching-Plattformen oft wohler, zahlt dort aber mehr pro Monat. Der höhere Preis sagt laut dem älteren Warentest-Befund allerdings nichts über die Erfolgsaussichten.

Eine Übersicht über konkrete Plattformen, ihre Kostenmodelle und ob sie zum Kennenlernen oder zur Unterhaltung gedacht sind, findest du im Anbietervergleich.

Eine Budgetgrenze vorher festlegen

Ein einfaches Mittel gegen schleichende Kosten: Lege vor dem ersten Kauf fest, wie viel dir die Suche im Monat und im Jahr wert ist. Schreib die Zahl auf. Jede Abostufe, jeder Boost und jedes Coin-Paket muss dann in dieses Budget passen. Wer parallel mehrere Apps nutzt, addiert alle Abos. Zwei Plattformen mit je einem mittleren Monatsabo kosten schnell so viel wie eine teure. Einmal im Quartal lohnt ein Blick auf die tatsächlichen Abbuchungen: Welche Abos laufen noch, und welche davon nutzt du wirklich?

Fazit

Was kosten Singlebörsen am Ende? Die Grundnutzung fast immer nichts. Klassische Singlebörsen kosten laut einem Vergleichsportal mit Affiliate-Links etwa 5 bis 25 Euro pro Monat im Jahresabo, kürzere Laufzeiten mehr. Matching-Plattformen liegen deutlich darüber, bei Parship laut Preisliste von 2021 zwischen 45,90 und 79,90 Euro pro Monat je nach Laufzeit. Apps zeigen ihren Preis meist erst im Kaufdialog, und der kann sich nach Person, Kaufweg und Rabattaktion unterscheiden. Verbindlich ist der Preis vor dem Kauf.

Der größte Hebel ist die Laufzeit. Pakete senken den Monatspreis spürbar, lohnen sich aber nur, wenn du sie ausschöpfst. Rechne deshalb mit der Zeit, die du realistisch dabei bist, prüfe Verlängerung, Kündigungsbutton und Coins vor dem Abschluss und setz dir ein festes Budget. Dann zahlst du für eine Singlebörse genau so viel, wie dir die Suche wert ist, und nicht mehr.

Häufige Fragen

Was kostet eine Singlebörse im Monat?

Das hängt vom Plattformtyp und von der Laufzeit ab. Das Vergleichsportal trusted.de nennt für klassische Singlebörsen etwa 5 bis 25 Euro pro Monat im Jahresabo, bei einem einzelnen Monat liegt der Preis deutlich höher. Matching-Plattformen wie Parship verlangten laut eigener Preisliste von 2021 zwischen 45,90 und 79,90 Euro pro Monat. Verbindlich ist der Preis, den dir der Anbieter vor dem Abschluss anzeigt.

Was kostet eine Singlebörse 50 plus?

Auch Börsen für Menschen ab 50 sind in der Anmeldung meist kostenlos und verlangen für das unbeschränkte Schreiben ein Premium-Abo. Eine belastbare, datierte Preisangabe direkt vom Anbieter haben wir für die 50plus Singlebörse nicht gefunden. Ein Vergleichsportal mit Affiliate-Links nennt 79,99 Euro im Monat, die Angabe ist aber in sich nicht ganz stimmig. Prüfe deshalb die Preisseite des Anbieters selbst.

Gibt es eine Singlebörse, die komplett kostenlos ist?

Ja, es gibt werbefinanzierte Plattformen, bei denen auch das Schreiben nichts kostet. Stiftung Warentest nannte 2016 mit Finya einen solchen Anbieter. Komplett kostenlos heißt aber meist: Werbung und weniger Komfort. Prüfe in den AGB, ob nicht doch Coins oder Testabos im Hintergrund stehen.

Lohnt sich ein längeres Abo bei einer Singlebörse?

Nur, wenn du die Plattform über die ganze Laufzeit wirklich nutzt. Ein langes Paket senkt den Monatspreis, bindet aber sofort einen höheren Betrag. Wer früh aufhört, hat mit dem Monatsabo oft weniger bezahlt. Die Verbraucherzentrale rät deshalb zu kurzen Laufzeiten und monatlicher Zahlung.

Warum zahlt nicht jeder denselben Preis für eine Dating-App?

Manche Apps haben Preise nach Alter oder Nutzerverhalten personalisiert. Bei Tinder fand eine schwedische Untersuchung 2022 laut Bericht 36 verschiedene Preisstufen. Tinder hat 2024 gegenüber den EU-Verbraucherschutzbehörden zugesagt, altersabhängige Preise nicht mehr ohne klaren Hinweis zu verwenden und personalisierte Rabatte offenzulegen. Vergleiche deshalb immer den Preis, der dir selbst angezeigt wird.

Quellen

Zuletzt aktualisiert am 11. Oktober 2026

Mira Hoffmann
Über die Autorin / den Autor
Mira Hoffmann

Mira verantwortet die Anbietertests bei Herzenstreffer. Sie meldet sich bei jeder Plattform selbst an, legt ein vollständiges Profil an und schreibt echte Nachrichten, bevor sie eine Bewertung vergibt. Ihre Texte sind nüchtern und konkret: Was kostet es, was bekommt man dafür, wo hakt es.

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