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Sugar-Daddy-Betrug erkennen: Maschen, Warnzeichen und Hilfe

Sugar-Daddy-Betrug erkennen: Vorschuss, falsche Zahlungsbelege, Geschenkkarten und dein Konto als Geldwäsche-Drehscheibe. Mit Warnzeichen und Notfallplan.

Sven Albrecht
Sven Albrecht
Redakteur für Datenschutz und Sicherheit · 16. Oktober 2026 · 20 Min. Lesezeit

Beim Sugar-Daddy-Betrug bietet dir ein Fremder Geld für deine Zeit oder Gesellschaft, aber bevor auch nur ein Euro bei dir ankommt, sollst du selbst zahlen: eine angebliche Gebühr, eine Geschenkkarte als „Treuebeweis“ oder eine Rücküberweisung. Die Faustregel ist deshalb einfach: Ein Mensch, der dich unterstützen will, verlangt kein Geld von dir. Sobald die Richtung des Geldes sich umdreht, hast du es mit einer Masche zu tun.

Die Nachricht kommt meistens unaufgefordert. Auf Instagram, Snapchat, TikTok oder in einer Dating-App schreibt dir jemand, er sei erfolgreich, viel unterwegs und einsam, und er wolle dich „verwöhnen“. Er nennt eine Summe pro Woche, die für fast keine Gegenleistung erstaunlich hoch ist. Ein, zwei Nachrichten später geht es um die Überweisung, und genau dort beginnt der Betrug. Sicherheitsanbieter wie Avast und AVG beschreiben diesen Ablauf übereinstimmend.

Ob du dich auf Sugar Dating einlassen willst, entscheidest du selbst. Entscheidend ist, dass du echte Angebote von Betrug unterscheiden kannst, die gängigen Maschen kennst, weißt, warum dein eigenes Bankkonto zum Risiko werden kann, und im Ernstfall schnell richtig handelst.

Sugar-Daddy-Betrug: worum es eigentlich geht

Ein Sugar Daddy (oder eine Sugar Mommy) ist im Sprachgebrauch ein meist älterer, finanziell gut gestellter Mensch, der eine jüngere Person mit Geld oder Geschenken unterstützt. Die Erwartung, dass Geld fließt, ist bei dieser Beziehungsform also von Anfang an Teil der Abmachung. Genau das nutzen Betrüger aus: Wer auf ein solches Angebot reagiert, rechnet ohnehin mit Zahlungen, und eine kleine „Formalität“ davor wirkt weniger seltsam als bei einem normalen Flirt.

Der Betrug funktioniert über einen einfachen Hebel: Der Täter stellt dir einen großen Betrag in Aussicht und verlangt einen kleinen Betrag als Voraussetzung. 50 Euro für eine Freischaltung erscheinen harmlos, wenn danach 1.000 Euro pro Woche winken sollen. Der versprochene große Betrag kommt nie, der kleine ist weg, und oft folgt die nächste Forderung, weil angeblich „noch eine Gebühr“ fehlt.

Typisch ist außerdem, dass die Täter nicht auf Plattformen bleiben, auf denen Sugar Dating ausdrücklich das Thema ist. Viele Kontakte entstehen auf Instagram oder anderen sozialen Netzwerken, wo jemand einfach Direktnachrichten verschickt. Laut AVG wechseln falsche Sugar Daddys nach dem ersten Kontakt gerne zu WhatsApp, iMessage oder SMS, wo keine Moderation mitliest und Konten schwerer gemeldet werden können. Wie du mit diesem Wechsel generell umgehst, steht im Ratgeber wenn ein Match sofort zu WhatsApp will.

Die häufigsten Maschen im Überblick

Die Geschichten unterscheiden sich, die Mechanik ist fast immer dieselbe. Die folgende Tabelle zeigt die Varianten, die in den Warnungen von Sicherheitsfirmen, Verbraucherzentralen und Polizei immer wieder auftauchen.

MascheWas der Täter sagtWas wirklich passiert
Vorschuss oder Gebühr„Für die Freischaltung der Zahlung musst du 30 Euro Gebühr zahlen.“Du zahlst, die versprochene Zahlung kommt nie
Treuebeweis„Zeig mir, dass du es ernst meinst, kauf eine Geschenkkarte.“Der Gutscheincode wird sofort eingelöst
Gefälschte Zahlungsbestätigung„Ich habe dir 2.000 Euro geschickt, hier der Screenshot.“Es gibt keine Zahlung, nur ein bearbeitetes Bild
Zu viel überwiesen„Ich habe mich vertan, schick mir die Differenz zurück.“Die echte Gutschrift wird später zurückgeholt, deine Rückzahlung bleibt weg
Konto als Drehscheibe„Ich überweise dir Geld, schick einen Teil an meinen Assistenten.“Du leitest Betrugsgeld weiter und gerätst in Verdacht der Geldwäsche
Datenabgriff„Gib mir deine Onlinebanking-Zugangsdaten, dann zahle ich direkt ein.“Der Täter übernimmt dein Konto
Fotos als Druckmittel„Schick mir ein Bild von dir, nur für mich.“Intime Fotos werden später zur Erpressung genutzt

Mehrere dieser Maschen werden oft kombiniert. Ein typischer Verlauf: erst ein gefälschter Zahlungsbeleg, dann die Bitte um eine „Bestätigungsgebühr“, dann der Vorschlag, eine größere Summe über dein Konto laufen zu lassen.

Vorschuss und „Treuebeweis“

Die einfachste Form ist die Vorschussforderung. Der angebliche Sugar Daddy erklärt, seine Bank, sein Steuerberater oder ein Zahlungsdienst verlange vor der ersten Zahlung eine Gebühr, eine Verifizierung oder eine Versicherung. Avast nennt als typische Begründung eine „Bestätigungsgebühr“, das dundle Magazin die angebliche Bestätigung eines Bankkontos. Manchmal ist es auch ein „Beweis“, dass du kein Betrüger bist: Ausgerechnet der Täter dreht den Spieß um und verlangt Vertrauen von dir.

Der „Treuebeweis“ ist eine besonders perfide Variante, weil er an Gefühle appelliert. Der Täter schreibt, er sei schon oft ausgenutzt worden und brauche ein Zeichen, dass du es ehrlich meinst. Das dundle Magazin beschreibt genau diesen Ablauf: Vor der ersten Zahlung soll das Opfer seine Loyalität mit einer Geschenkkarte beweisen. Der Betrag ist bewusst so gewählt, dass er nicht wehtut. Er dient als Test, ob du zahlst. Wer einmal zahlt, bekommt die nächste Forderung.

Die Begründungen klingen manchmal technisch und überzeugend. Sie sind trotzdem immer erfunden. Bei einer echten Überweisung auf dein Konto zahlst du keine Gebühr an den Absender, und keine Bank verlangt, dass der Empfänger vorher Gutscheine kauft.

Gefälschte Zahlungsbestätigungen

Damit du zahlst, braucht der Täter einen Beweis, dass er es ernst meint. Den liefert er in Form eines Screenshots: eine Banking-App mit einer Überweisung an dich, eine PayPal-Zahlung mit dem Status „ausstehend“ oder eine E-Mail, die aussieht wie von einem Zahlungsdienst. AVG beschreibt Fälle, in denen der Screenshot eine angeblich ausstehende PayPal-Zahlung zeigt und der Täter vorher einen kleineren Betrag als „Beweis“ verlangt. Der Screenshot war in diesen Fällen von Anfang an gefälscht.

Solche Bilder sind in wenigen Minuten bearbeitet. Ein Screenshot ist kein Zahlungsnachweis, egal wie echt er aussieht. Gefährlicher sind gefälschte E-Mails, die angeblich von PayPal oder deiner Bank kommen und dich auffordern, eine Gebühr zu begleichen oder dich einzuloggen. Dahinter steckt oft eine Phishing-Seite, die deine Zugangsdaten abgreift. Woran du solche Nachrichten erkennst, erklärt der Ratgeber zu Phishing in Dating-Apps.

Die einzige verlässliche Prüfung ist dein eigenes Konto. Öffne die Banking-App oder den Zahlungsdienst selbst, ohne auf einen Link in der Nachricht zu tippen. Ist dort nichts gebucht, ist auch nichts angekommen. Eine Zahlung, die erst kommt, wenn du vorher zahlst, gibt es nicht.

Zu viel überwiesen: die Rückzahlungsfalle

Eine Variante wirkt auf den ersten Blick wie ein Beweis für Seriosität, weil tatsächlich Geld eingeht. Der Täter überweist dir einen Betrag, oft per PayPal, und behauptet dann, er habe sich vertan oder dir zu viel geschickt. Du sollst die Differenz zurückschicken, gerne an ein anderes Konto oder per „Freunde und Familie“.

Das Problem: Die eingehende Zahlung stammt häufig aus einem gekaperten Konto oder wird später zurückgebucht. Deine Rückzahlung dagegen ist eine neue, eigenständige Zahlung. Die Verbraucherzentrale NRW warnt genau vor diesem Muster: Betrüger überweisen erst Geld und bitten dann per „Freunde und Familie“ um Rückzahlung. Sie rät, bei PayPal stattdessen die Funktion „Rückzahlung senden“ zu nutzen, weil dann die ursprüngliche Zahlung zurückgebucht wird und keine neue Transaktion entsteht.

Bei „Freunde und Familie“ gibt es außerdem keinen Käuferschutz, wie die Verbraucherzentrale erklärt. Bei einer unerwarteten Gutschrift auf dem Bankkonto gilt dasselbe Prinzip: Schick nichts an eine Adresse, die dir der Absender nennt. Sprich mit deiner Bank, sie kann eine Fehlbuchung an den ursprünglichen Absender zurückleiten.

Geschenkkarten als Zahlungsmittel

Geschenkkarten und Guthabenkarten sind bei Betrügern beliebt, weil sie wie Bargeld funktionieren. Wer den Code auf der Rückseite kennt, kann das Guthaben einlösen, egal wo er sitzt. Die Polizei Köln warnt vor Maschen, bei denen Opfer drei- oder vierstellige Summen in Form von Karten wie Google Play bezahlen sollen. Laut dundle tauchen beim Sugar-Daddy-Betrug auch Karten für Gaming-Guthaben wie Razer Gold auf.

So läuft es ab: Du kaufst im Supermarkt, an der Tankstelle oder online eine Karte, rubbelst den Code frei und schickst ein Foto davon. Innerhalb von Minuten ist das Guthaben eingelöst. Oft folgt dann die Behauptung, es habe „nicht geklappt“, der Code sei falsch oder es brauche eine zweite Karte.

Für dich heißt das: Eine Geschenkkarte ist kein Zahlungsmittel zwischen Privatleuten. Wer verlangt, dass du ihm Gutscheincodes schickst, ist mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit ein Betrüger. Das gilt bei Sugar-Daddy-Angeboten genauso wie bei Gewinnspielen, falschen Behörden oder angeblichen Liebespartnern.

Dein Konto als Drehscheibe: Finanzagent wider Willen

Die gefährlichste Masche kostet dich auf den ersten Blick gar nichts. Der angebliche Sugar Daddy will dir „zum Kennenlernen“ einen größeren Betrag überweisen und bittet dich, einen Teil davon weiterzuleiten: an seinen Assistenten, eine Hilfsorganisation, einen Geschäftspartner im Ausland oder in Kryptowährung. Den Rest darfst du behalten. Es klingt wie geschenktes Geld.

In Wahrheit wirst du damit zum sogenannten Finanzagenten. Das Geld auf deinem Konto stammt in solchen Fällen typischerweise von anderen Betrugsopfern, etwa aus Phishing oder Online-Betrug. Die Täter brauchen fremde Konten, um die Herkunft zu verschleiern, und genau diese Rolle übernimmst du, ohne es zu wissen. Die Polizei kennt das Muster vor allem aus falschen Jobangeboten. Beim Sugar-Daddy-Betrug ist die Verpackung eine andere, die Funktion deines Kontos dieselbe.

Die Folgen können ernst sein:

  1. Strafrechtliches Risiko: Laut Commerzbank macht sich, wer sein Konto als Finanzagent zur Verfügung stellt, nach Paragraf 261 StGB wegen Geldwäsche strafbar, und zwar auch bei Leichtfertigkeit. Daran hat die Reform des Geldwäsche-Paragrafen von 2021 nichts geändert: Die leichtfertige Geldwäsche steht heute in Paragraf 261 Absatz 6 StGB und wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder Geldstrafe bestraft. Du musst also nicht gewusst haben, dass das Geld aus einer Straftat stammt. Es kann reichen, dass sich dir die kriminelle Herkunft hätte aufdrängen müssen.
  2. Gesperrtes Konto: Die Polizei Berlin weist darauf hin, dass Banken das Konto eines Finanzagenten in der Regel sperren, oft schon nach der ersten betrügerischen Überweisung.
  3. Zivilrechtliche Haftung: Der Bankenverband warnt, dass Finanzagenten neben der strafrechtlichen Verantwortung auch zivilrechtliche Folgen drohen. Da die eigentlichen Täter selten greifbar sind, können Geschädigte sich an dich halten.

Die Regel daraus ist klar: Leite niemals Geld weiter, das ein Fremder dir überwiesen hat, und stell dein Konto für niemanden zur Verfügung. Ist schon Geld eingegangen, rät die Polizei Berlin, nichts weiterzuleiten und umgehend die Polizei zu informieren. Sprich außerdem sofort mit deiner Bank. Ob du dich in deinem konkreten Fall strafbar gemacht hast, kann dir nur eine Anwältin oder ein Anwalt sagen. Warte damit nicht, bis Post von der Staatsanwaltschaft kommt.

Datenabgriff und Fotos als Druckmittel

Manche Täter wollen gar kein Geld überwiesen haben. Sie fragen nach deinen Onlinebanking-Zugangsdaten, einer TAN, deiner Kreditkartennummer oder einem Foto deines Ausweises, angeblich damit sie „direkt einzahlen“ können. Damit können sie in deinem Namen Konten eröffnen, Verträge abschließen oder dein Konto leerräumen. Für eine Überweisung an dich braucht niemand mehr als deinen Namen und deine IBAN. Zugangsdaten, TANs und Ausweisfotos gibst du nie heraus.

Eine weitere Spielart zielt auf intime Bilder. Wer im Sugar-Kontext flirtet, wird schnell nach Fotos gefragt. AVG weist darauf hin, dass Betrüger persönliche Bilder speichern und später als Druckmittel nutzen können. Wie Erpressung mit intimen Fotos abläuft und was du dann tun kannst, erklärt der Ratgeber zu Sextortion und Erpressung mit intimen Fotos.

Sugar-Daddy-Betrug erkennen: die wichtigsten Warnzeichen

Einzelne Punkte können harmlos sein. Treffen mehrere zusammen, solltest du den Kontakt beenden. Das erste Zeichen auf der Liste reicht für sich allein.

  • Er will Geld von dir, bevor er zahlt. Gebühr, Freischaltung, Treuebeweis, Versicherung, Steuer: Jede Forderung in deine Richtung ist das Ende der Prüfung.
  • Geschenkkarten oder Gutscheincodes. Kein seriöser Mensch bezahlt oder lässt sich mit Guthabenkarten bezahlen.
  • Ungefragter Erstkontakt. Du hast nie nach einer Sugar-Beziehung gesucht, und trotzdem schreibt dir jemand mit einem konkreten Geldangebot.
  • Absurde Summen für nichts. Hohe Wochenbeträge ohne Treffen, ohne Gespräch, ohne Kennenlernen.
  • Screenshots statt Gutschrift. Er schickt Bilder von Zahlungen, die auf deinem Konto nie auftauchen.
  • Schneller Plattformwechsel. Nach wenigen Nachrichten soll es auf WhatsApp, Telegram oder per SMS weitergehen.
  • Zeitdruck. „Das Angebot gilt nur heute“, „Mein Steuerberater braucht das bis heute Abend“.
  • Bitte um Weiterleitung. Du sollst einen Teil des Geldes an Dritte schicken.
  • Fragen nach Zugangsdaten. Bankpasswort, TAN, Kreditkartennummer oder Ausweisfoto.
  • Kein Videoanruf, kein Treffen. Ausreden, sobald du ihn live sehen willst.
  • Profil ohne Geschichte. Wenige Beiträge, Fotos wie aus einem Katalog, kaum echte Interaktion. Wie du Profile prüfst, steht im Ratgeber Fake-Profile erkennen.

Verlass dich dabei nicht auf eine Gutschrift als Echtheitsbeweis. Selbst wenn tatsächlich Geld auf deinem Konto ankommt, kann es aus einem gekaperten Konto stammen, später zurückgebucht werden oder dich zum Finanzagenten machen. Eine Gutschrift beweist nur, dass der Täter Zugriff auf irgendein Konto hat. Schick in diesem Fall nichts zurück oder weiter und sprich mit deiner Bank.

Sugar-Daddy-Betrug und Romance Scam: der Unterschied

Beide Maschen nutzen Gefühle und fingierte Identitäten. Sie setzen aber an unterschiedlichen Punkten an, und das ändert, wie du sie erkennst.

MerkmalSugar-Daddy-BetrugRomance Scam
KöderGeld, das du bekommen sollstLiebe und gemeinsame Zukunft
TempoMeist sehr schnell, oft nach wenigen NachrichtenOft Wochen oder Monate Beziehungsaufbau
ForderungKleine Gebühren, Gutscheine, Konto zur WeiterleitungGrößere Beträge für Notlagen, Reisen, Arzt, Zoll
Rolle des OpfersSoll vermeintlich profitierenSoll helfen und retten
Typischer SchadenMehrere kleine Beträge, Kontosperre, StrafverfahrenOft hohe Summen über lange Zeit

Der Romance Scam setzt auf Vertrauen und Mitgefühl: Ein vermeintlicher Partner baut über Wochen eine Beziehung auf und gerät dann in eine Notlage, aus der nur dein Geld ihn retten kann. Wie diese Phasen typischerweise ablaufen, beschreibt der Ratgeber Romance Scam erkennen. Beim Sugar-Daddy-Betrug ist die Gier der Hebel, oder ehrlicher gesagt: die Hoffnung auf finanzielle Entlastung. Das macht ihn schneller und direkter.

Die Grenzen verschwimmen allerdings. Manche Täter beginnen als großzügiger Sugar Daddy und wechseln dann in die Notlage, weil plötzlich sein Konto eingefroren sei. Andere bauen eine Beziehung auf und schlagen später eine angebliche Geldanlage vor. Diese Mischform ist eng mit dem Krypto-Betrug beim Dating verwandt, bei dem Opfer auf gefälschte Trading-Plattformen gelockt werden. Die Regel bleibt in allen Fällen dieselbe: Wer dich online kennt und Geld von dir will, ist verdächtig.

So schützt du dich vor einem Fake Sugar Daddy

Schutz bedeutet nicht, dass du jedem misstrauen musst. Es reichen ein paar feste Regeln, die du auch dann einhältst, wenn jemand sehr überzeugend wirkt.

Feste Regeln für Geld und Daten

  1. Zahl nie im Voraus. Keine Gebühren, keine Gutscheine, keine Versicherungen, keine „Verifizierung“. Diese Regel hat keine Ausnahme.
  2. Gib nur deine IBAN heraus, wenn überhaupt. Für eine Überweisung reichen Name und IBAN. Keine Zugangsdaten, keine TANs, keine Kreditkartendaten, kein Ausweisfoto.
  3. Prüf Zahlungen nur im eigenen Konto. Öffne die Banking-App selbst. Ein Screenshot, eine E-Mail oder ein Link in der Nachricht zählt nicht.
  4. Leite niemals fremdes Geld weiter. Weder an Dritte noch in Kryptowährung noch als Bargeld.
  5. Schick bei Fehlüberweisungen nichts selbst zurück. Wende dich an deine Bank oder nutze bei PayPal die Funktion „Rückzahlung senden“.
  6. Kauf keine Geschenkkarten auf Bitte eines Fremden. Auch nicht „nur einmal“ und auch nicht für kleine Beträge.

Kontakt und Plattform

Wenn du dich bewusst für Sugar Dating entscheidest, bleib auf einer Plattform, die Profile prüft und auf der du Konten melden kannst, statt auf zufällige Direktnachrichten in sozialen Netzwerken einzugehen. Auch dort gibt es Fake-Profile, aber du hast Meldewege und eine Moderation. Wie seriöse Plattformen sich unterscheiden und worauf du bei der Wahl achtest, zeigt unser Anbietervergleich.

Bleib so lange wie möglich im Chat der Plattform. Ein Videoanruf vor dem ersten Treffen zeigt dir, ob die Person echt ist. Ein erstes Treffen findet an einem öffentlichen Ort statt, und eine vertraute Person weiß, wo du bist. Teile keine Adresse, keinen Arbeitgeber und keine Fotos, die dich erpressbar machen, bevor du die Person wirklich kennst.

Was du einem Betrüger antwortest

Gar nichts. Diskussionen bringen nichts, denn ein Betrüger lässt sich nicht überzeugen, und jede Antwort zeigt ihm, dass dein Konto aktiv ist. Mach Screenshots vom Profil und vom Chat, melde das Konto bei der Plattform und blockiere es. Wenn dich die Person über andere Kanäle weiter kontaktiert, gilt dasselbe.

Was tun, wenn du schon gezahlt hast

Viele schämen sich, wenn sie auf eine solche Masche hereingefallen sind, und warten deshalb mit dem nächsten Schritt. Das ist verständlich, kostet aber Zeit, die bei Zahlungen entscheidend sein kann. Die Täter arbeiten professionell und mit erprobten Skripten. Dass du reingefallen bist, sagt nichts über deine Intelligenz.

Schritt 1: Kontakt sofort beenden

Zahl nichts mehr, auch wenn eine letzte Gebühr angeblich alles freischaltet oder der Täter droht. Jede weitere Zahlung erhöht nur den Schaden. Blockier den Kontakt, aber lösch den Chat nicht, denn du brauchst ihn als Beweis.

Schritt 2: Bank und Zahlungsdienste informieren

Ruf deine Bank so schnell wie möglich an, am besten über die Nummer auf deiner Karte oder in der Banking-App. Schildere, was passiert ist, und frag, ob ein Rückruf der Überweisung möglich ist. Ob das klappt, hängt davon ab, wie viel Zeit vergangen ist und ob das Geld beim Empfänger schon abgehoben wurde. Eine Garantie gibt es nicht.

Hast du Zugangsdaten, TANs oder Kartendaten herausgegeben, lass Karte und Onlinebanking sofort sperren. Dafür gibt es in Deutschland den zentralen Sperr-Notruf 116 116, über den sich Karten und bei vielen Banken auch der Onlinebanking-Zugang sperren lassen. Nicht jede Bank nimmt daran teil. Die Sperrnummer deiner Bank steht in ihrer App und auf ihrer Website. Ändere danach alle Passwörter, die du dem Täter genannt oder auf einer verdächtigen Seite eingegeben hast.

Bei PayPal meldest du den Vorgang über das Konfliktlösungszentrum oder den Kundenservice. Hast du per „Freunde und Familie“ gezahlt, ist die Chance gering, weil diese Zahlungsart keinen Käuferschutz hat. Melde es trotzdem.

Bei Geschenkkarten kontaktierst du sofort den Herausgeber der Karte, also etwa Google, Apple, Amazon oder den jeweiligen Anbieter, und nennst den Code und den Kaufbeleg. Solange das Guthaben noch nicht eingelöst ist, lässt es sich manchmal sperren. Bewahr den Kassenbon und die Karte auf.

Schritt 3: Wenn Geld über dein Konto gelaufen ist

Hat dir der angebliche Sugar Daddy Geld überwiesen, das du weiterleiten solltest, leite nichts weiter. Informiere deine Bank, dass du eine verdächtige Gutschrift erhalten hast, und geh zur Polizei. Je früher du dich meldest und offenlegst, was passiert ist, desto besser kannst du zeigen, dass du getäuscht wurdest. Hast du schon Geld weitergeleitet, gilt dasselbe, und zusätzlich solltest du anwaltliche Beratung suchen. Eine Rechtsberatung im Einzelfall kann dieser Ratgeber nicht ersetzen.

Schritt 4: Beweise sichern

Für Bank, Polizei und Plattform brauchst du eine saubere Dokumentation. Sichere:

  • Screenshots des Profils mit Benutzernamen und, falls sichtbar, Profil-Link
  • den vollständigen Chatverlauf, möglichst mit Datum und Uhrzeit
  • alle Zahlungsbelege, Kontoauszüge und Überweisungsdaten, auch die IBAN des Empfängers
  • Kassenbons und Fotos von Geschenkkarten mit Code
  • gefälschte Zahlungsbestätigungen und E-Mails, die der Täter geschickt hat
  • Telefonnummern, E-Mail-Adressen und Links, die er genannt hat

Schreib dir zusätzlich eine kurze Zeitleiste auf: Wann begann der Kontakt, wann kam welche Forderung, wann hast du was gezahlt. Das hilft dir später, den Ablauf klar zu schildern, auch wenn du aufgeregt bist.

Schritt 5: Anzeige erstatten

Erstatte Anzeige bei der Polizei, auch bei kleinen Beträgen. Das geht bei jeder Polizeidienststelle und in den meisten Bundesländern auch online über die Onlinewache der Landespolizei, die du über die Website deiner Landespolizei findest. Die Anzeige ist kostenlos, und du brauchst den echten Namen des Täters nicht zu kennen. Hast du Geld weitergeleitet, ist die Anzeige auch ein wichtiger Schritt, um deine eigene Lage offenzulegen.

Die Polizeiliche Kriminalprävention rät bei Liebesbetrug generell, Kontakt abzubrechen, Beweise zu sichern und Anzeige zu erstatten. Für Sugar-Daddy-Betrug gilt dasselbe. Wie die Anzeige konkret abläuft, was du mitbringst und was du von der Polizei erwarten kannst, erklärt der Ratgeber Anzeige erstatten nach einem Romance Scam Schritt für Schritt.

Schritt 6: Profil melden

Melde das Konto bei der Plattform, auf der der Kontakt begann, und bei dem Messenger, über den ihr geschrieben habt. Damit schützt du andere, die vom selben Konto angeschrieben werden. Wenn das Profil gestohlene Fotos einer echten Person nutzt, hilft eine Meldung auch dieser Person.

Die zweite Falle: angebliche Hilfe beim Zurückholen

Wer einmal Opfer geworden ist, steht oft auf einer Liste. Kurz nach dem Betrug melden sich manchmal angebliche Anwaltskanzleien, Detekteien oder „Recovery-Experten“, die versprechen, dein Geld gegen eine Vorabgebühr zurückzuholen. Das ist meist die nächste Masche, oft von denselben Tätern. Seriöse Hilfe verlangt keine Vorkasse, nur weil du Opfer geworden bist, und niemand kann eine Rückholung garantieren. Woran du solche Angebote erkennst, steht im Ratgeber zum Recovery Scam.

Unterstützung, die nichts kostet, findest du beim WEISSER RING. Der Verein hilft Opfern von Kriminalität, auch bei Betrug, und bietet ein Hilfsangebot für Kriminalitätsopfer an. Für rechtliche Fragen ist die Verbraucherzentrale eine erste Anlaufstelle.

Sonderfälle, die oft übersehen werden

Die Rolle ist vertauscht: Sugar Mommy oder vermeintliches Sugar Baby

Die Masche funktioniert in jeder Konstellation. Statt eines Sugar Daddys schreibt eine angebliche Sugar Mommy, oder Männer, die selbst ein Sugar Baby suchen, geraten an ein Fake-Profil. Dann läuft es umgekehrt: Das vermeintliche Sugar Baby verlangt Vorschuss, Geschenkkarten oder Reisekosten für ein Treffen, das nie stattfindet. Das Prinzip bleibt: Geld fließt nur in eine Richtung, und das Gegenüber verschwindet.

Jugendliche werden angeschrieben

Sugar-Daddy-Nachrichten landen auch bei Minderjährigen, vor allem auf Instagram und Snapchat. Wenn du als Elternteil so etwas auf dem Handy deines Kindes siehst: Bleib ruhig, sichere Screenshots, melde und blockiere das Konto und sprich mit deinem Kind ohne Vorwürfe. Geht es um Bilder oder sexuelle Anspielungen gegenüber einem Kind, gehört der Fall zur Polizei.

Du hast nur kurz geantwortet

Eine Antwort allein ist kein Schaden. Wenn du keine Daten, kein Geld und keine Fotos geschickt hast, reicht es, das Konto zu melden und zu blockieren. Rechne aber damit, dass weitere Nachrichten von neuen Konten kommen, weil deine Reaktion gezeigt hat, dass dein Profil aktiv ist. Ignorier sie.

Du hast nur deine IBAN genannt

Mit Name und IBAN allein kommt niemand an dein Onlinebanking. Missbraucht jemand die Daten für eine Lastschrift, die du nicht erteilt hast, kannst du ihr bei deiner Bank widersprechen. Behalte deine Kontoauszüge deshalb in den nächsten Wochen im Blick. Die wichtigere Gefahr ist, dass dein Konto als Ziel für Betrugsgeld genutzt wird. Geht unerwartet Geld ein, wende dich an deine Bank und schick nichts weiter.

Typische Fehler, die den Schaden vergrößern

  • „Nur noch diese eine Gebühr.“ Nach der ersten Zahlung kommt die nächste. Wer weiterzahlt, um das bereits gezahlte Geld zu retten, verliert meist mehr.
  • Den Chat löschen. Aus Scham verständlich, aber ohne Chatverlauf fehlen Polizei und Bank die Beweise.
  • Mit dem Täter verhandeln. Drohungen wie „Ich zeige dich an“ beeindrucken ihn nicht, sie verlängern nur den Kontakt.
  • Geld „zurück“ an eine neue Adresse schicken. Damit fällst du in die Rückzahlungsfalle.
  • Auf Recovery-Angebote eingehen. Wer verspricht, dein Geld gegen Vorkasse zurückzuholen, ist fast immer der nächste Betrüger.
  • Mit niemandem reden. Eine vertraute Person, die Bank oder eine Beratungsstelle sieht die Lage klarer als du in diesem Moment.

Fazit: Geld fließt nur in eine Richtung

Der Sugar-Daddy-Betrug ist leicht zu durchschauen, wenn du ein einziges Prinzip festhältst: Wer dich unterstützen will, verlangt nichts von dir. Gebühren, Treuebeweise, Geschenkkarten, Rückzahlungen und Weiterleitungen sind die Werkzeuge der Täter, und jede dieser Forderungen ist ein sicheres Zeichen für Betrug. Prüf Zahlungen nur im eigenen Konto, gib keine Zugangsdaten heraus und lass niemals fremdes Geld über dein Konto laufen, denn dort beginnt das Risiko, selbst ins Visier der Ermittler zu geraten.

Ist es schon passiert, handle schnell: Kontakt beenden, Bank anrufen, Beweise sichern, Anzeige erstatten und das Profil melden. Schäm dich nicht dafür, die Maschen sind darauf gebaut, Menschen in einem guten Moment zu erwischen. Je früher du reagierst, desto besser stehen deine Chancen, Schaden zu begrenzen.

Häufige Fragen

Woran erkenne ich einen Fake Sugar Daddy?

Am sichersten daran, dass er Geld von dir will, bevor er selbst etwas zahlt: eine Gebühr, eine Geschenkkarte oder eine Rücküberweisung. Weitere Zeichen sind ein ungefragter Erstkontakt per Direktnachricht, sehr hohe Summen für fast keine Gegenleistung, schneller Wechsel zu WhatsApp oder Telegram, Screenshots statt echter Gutschriften und Zeitdruck.

Warum will ein Sugar Daddy, dass ich ihm erst Geld schicke?

Weil er kein Sugar Daddy ist. Begründungen wie Freischaltgebühr, Bestätigung deines Kontos oder Treuebeweis sind erfunden. Bei Banken und Zahlungsdiensten musst du keine Gebühr an den Absender zahlen, damit eine Überweisung bei dir ankommt. Wer so etwas verlangt, will nur dein Geld.

Ist es strafbar, wenn ich Geld über mein Konto weiterleite?

Es kann strafbar sein. Wer sein Konto für fremde Zahlungen zur Verfügung stellt und das Geld weiterleitet, kann sich wegen Geldwäsche nach Paragraf 261 StGB strafbar machen, laut Banken und Polizei auch dann, wenn er nur leichtfertig gehandelt hat. Leite nichts weiter, sprich mit deiner Bank und der Polizei. Für deinen Einzelfall hilft eine anwaltliche Beratung.

Bekomme ich mein Geld zurück, wenn ich schon gezahlt habe?

Eine Garantie gibt es nicht. Bei einer Überweisung lohnt der sofortige Anruf bei deiner Bank, manchmal lässt sich ein Rückruf versuchen. Bei Geschenkkarten zählt jede Minute: Melde den Code sofort dem Herausgeber der Karte. Wurde das Guthaben schon eingelöst, ist es meist verloren. Eine Anzeige ist trotzdem sinnvoll.

Ist Sugar Dating an sich Betrug?

Nein. Sugar Dating ist eine Form der Beziehung, bei der eine Seite die andere finanziell unterstützt. Betrug ist es, wenn jemand diese Erwartung nur vortäuscht, um dir Geld, Gutscheincodes, Kontodaten oder intime Fotos abzunehmen. Sugar Dating ist dafür nur die Kulisse.

Quellen

Zuletzt aktualisiert am 16. Oktober 2026

Sven Albrecht
Über die Autorin / den Autor
Sven Albrecht

Sven prüft, was Dating-Plattformen mit den Daten ihrer Mitglieder machen: Wie lange wird gespeichert, wie leicht lässt sich ein Konto löschen, wie ernst wird Sicherheit genommen. Er kennt die gängigen Maschen von Fake-Profilen und erklärt, woran man sie erkennt.

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