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Profilfotos, die wirklich wirken: Was drauf sein sollte

Welche Dating-Fotos tatsächlich mehr Matches bringen, welche Klassiker eher schaden und wie du in einem Nachmittag ein Profil zusammenstellst, das zu dir passt.

Lena Sommer
Lena Sommer
Dating-Kolumnistin · 22. September 2026 · 16 Min. Lesezeit
frau lacht draußen foto

Ich habe schon so viele Dating-Profile durchgesehen, meine eigenen und die von Freundinnen, die mich um Rat gebeten haben, dass ich mittlerweile in Sekunden sagen kann, welches Foto als erstes fliegen muss. Meistens ist es nicht das unvorteilhafteste Bild. Meistens ist es das, auf dem man einfach nicht erkennt, wer da eigentlich zu sehen ist, weil eine Sonnenbrille, ein Schatten oder eine Gruppe von fünf Personen dazwischen stehen.

Bevor irgendjemand deine sorgfältig formulierte Profilbeschreibung liest, hat er oder sie schon eine erste, sehr schnelle Entscheidung über dein Profil getroffen, fast immer anhand der Fotos. Das ist nicht fair, aber es ist die Realität von Dating-Apps, in denen täglich Dutzende Profile an einem vorbeiziehen, während kaum Zeit für einen zweiten, genaueren Blick bleibt. Die gute Nachricht: Ein überzeugendes Profil braucht kein teures Shooting und keinen Fotografen, sondern ein paar klare Prinzipien, die sich an einem einzigen Nachmittag umsetzen lassen, ohne dass du dafür Geld ausgeben musst.

Warum das erste Foto über alles entscheidet

Beim Wischen durch Profile fällt die Entscheidung meist innerhalb der ersten ein, zwei Sekunden, und diese Entscheidung basiert fast ausschließlich auf dem ersten Foto. Alle weiteren Bilder und der Text werden nur angesehen, wenn dieses erste Foto schon überzeugt hat. Genau deshalb lohnt es sich, für dieses eine Bild besonders viel Sorgfalt aufzuwenden, statt die Auswahl dem Zufall oder dem zuletzt gemachten Selfie zu überlassen.

Ein gutes erstes Foto zeigt dein Gesicht klar und gut erkennbar, idealerweise mit einem echten Lächeln, nicht mit einer aufgesetzten Pose vor einer beliebigen Wand. Sonnenbrillen, große Hüte oder Fotos aus großer Entfernung mögen stylish aussehen, verschleiern aber genau das, was in diesem Moment zählt: dass jemand dein Gesicht sieht und eine erste, spontane Sympathie entwickeln kann, bevor überhaupt ein Wort gewechselt wurde, geschweige denn eine ganze Unterhaltung entstanden ist.

Echtes Lächeln schlägt jede Pose

Es gibt einen Unterschied zwischen einem Lächeln, das für die Kamera aufgesetzt wird, und einem, das entsteht, weil in diesem Moment wirklich etwas Angenehmes passiert. Menschen erkennen diesen Unterschied erstaunlich zuverlässig, auch auf einem kleinen Handyfoto, ohne dass sie genau benennen könnten, woran es liegt. Ein Bild, das während eines echten Lachens entsteht, etwa mitten in einem Gespräch mit einer Freundin draußen im Café, wirkt fast immer einladender als eine durchgestylte Pose vor einer weißen Wand mit verschränkten Armen.

Wenn du selbst niemanden hast, der dich fotografiert, hilft ein einfacher Trick: Lass dir beim Fotografieren etwas Lustiges erzählen oder denk kurz an etwas, das dich wirklich zum Lachen bringt, statt starr in die Kamera zu schauen und im Kopf mitzuzählen, bis der Auslöser klickt. Die Fotos, die dabei entstehen, unterscheiden sich sichtbar von gestellten Aufnahmen, selbst wenn die Kameraqualität dieselbe ist.

Tageslicht ist dein bester Filter

Kein Filter der Welt ersetzt gutes, natürliches Licht. Fotos, die draußen bei Tageslicht entstehen, wirken fast immer frischer und ehrlicher als Aufnahmen bei künstlichem Innenlicht, das häufig einen gelblichen oder bläulichen Stich mitbringt und Haut ungleichmäßig aussehen lässt. Ein kurzer Spaziergang am späten Nachmittag, wenn das Licht weich und warm ist, reicht oft schon für mehrere brauchbare Fotos, ganz ohne besondere Vorbereitung.

Direktes Mittagslicht dagegen wirft harte Schatten ins Gesicht und ist meist keine gute Wahl für Porträtaufnahmen. Bewölkte Tage sind fotografisch oft sogar im Vorteil, weil das Licht dann gleichmäßiger verteilt ist und die Wolkendecke wie ein natürlicher Diffusor wirkt. Wer auf die Technik der Bilder achtet, statt sich nur auf die Pose zu konzentrieren, gewinnt mehr als durch jede nachträgliche Bearbeitung am Bildschirm, die ein schlecht ausgeleuchtetes Foto ohnehin selten vollständig retten kann.

Die Reihenfolge der Fotos ist mehr als Geschmackssache

Nach dem ersten Foto verlieren viele Menschen das Interesse an der weiteren Reihenfolge und laden den Rest einfach in der Reihenfolge hoch, in der sie in der Kamerarolle liegen. Dabei lohnt sich eine bewusste Dramaturgie: Auf ein starkes erstes Porträt folgt idealerweise ein Foto, das eine andere Facette zeigt, etwa Bewegung oder ein Hobby, bevor als drittes Bild das Ganzkörperfoto kommt. So entsteht ein Bogen, der neugierig macht, statt gleich zu Beginn alles auf einmal zu zeigen.

Ein häufiger Fehler ist, das stärkste Foto erst an dritter oder vierter Stelle zu platzieren, in der Annahme, das erste Bild solle eher zurückhaltend wirken. In der Praxis bewirkt das oft das Gegenteil, weil viele Betrachter gar nicht bis zum dritten Foto durchklicken, wenn das erste sie nicht sofort überzeugt hat. Die eigene Einschätzung, welches Foto am besten wirkt, sollte deshalb nicht der Zurückhaltung geopfert werden.

Fotos für unterschiedliche Plattformen anpassen

Nicht jedes Foto funktioniert auf jeder Plattform gleich gut. Auf Apps, die stark auf schnelles Wischen ausgelegt sind, zählt vor allem der erste, unmittelbare Eindruck, weshalb ein auffälliges, klares Porträt dort besonders wichtig ist. Auf Plattformen, die mehr Wert auf ausführliche Profile legen, etwa mit längeren Texten und mehreren Fragen, dürfen die Fotos ruhig erzählerischer sein und mehr über verschiedene Lebensbereiche zeigen, weil ohnehin mehr Zeit mit dem gesamten Profil verbracht wird.

Wer auf mehreren Plattformen gleichzeitig unterwegs ist, muss nicht für jede ein komplett neues Fotoset erstellen, sollte aber die Auswahl und Reihenfolge an die jeweilige Nutzung anpassen. Ein Foto, das auf einer schnelllebigen App perfekt funktioniert, kann auf einer Plattform mit ausführlicheren Profilen zu wenig über dich erzählen, während ein ruhiges, erzählerisches Foto auf einer schnellen App möglicherweise einfach übersehen wird, bevor es überhaupt richtig wahrgenommen wurde.

Ein Ganzkörperfoto gehört dazu, auch wenn es unangenehm ist

Viele Menschen vermeiden Ganzkörperfotos, weil sie sich auf ihnen weniger wohlfühlen als in einer nahen Aufnahme des Gesichts, die sich leichter kontrollieren lässt. Verständlich, aber wenig hilfreich für das Profil als Ganzes. Wer kein einziges Ganzkörperfoto zeigt, erzeugt bei vielen Betrachtern den Eindruck, dass hier etwas verborgen werden soll, und das schadet dem Vertrauen mehr als ein ehrliches Foto es je könnte, selbst wenn das Foto nicht dem eigenen Idealbild entspricht.

Ein einfaches, beiläufiges Ganzkörperfoto, etwa beim Spazierengehen oder vor einem Hintergrund, der etwas über dich erzählt, reicht völlig aus. Es muss nicht perfekt inszeniert sein, es muss nur ehrlich zeigen, wie du tatsächlich aussiehst, damit sich beim ersten echten Treffen niemand überrascht fühlt und das Kennenlernen nicht mit einer kleinen Enttäuschung beginnt, bevor überhaupt ein Wort gewechselt wurde.

Fotos, die etwas über dich erzählen

Neben ein bis zwei klaren Porträts lohnt sich mindestens ein Foto, das etwas über deine Interessen zeigt: beim Wandern, beim Kochen, mit einem Instrument, im Museum, beim Sport oder bei einem Hobby, das dir wirklich wichtig ist. Solche Bilder liefern automatisch Gesprächsstoff, weil sie konkrete Anknüpfungspunkte bieten, viel eher als ein reines Porträt, zu dem sich schwer etwas fragen lässt, außer vielleicht nach dem Ort, an dem es aufgenommen wurde.

Wichtig ist dabei Ehrlichkeit gegenüber dem eigenen Alltag. Ein Foto vom Wandern, obwohl du seit Jahren nicht mehr wandern warst, führt beim ersten Date schnell zu einem Gespräch, das ins Leere läuft, sobald genauer nachgefragt wird. Wähle Fotos, die tatsächlich zu deinem aktuellen Leben passen, nicht zu dem Leben, das du gerne führen würdest, aber gerade nicht führst.

Ein einfacher Test hilft bei der Auswahl: Könntest du zu jedem Foto spontan eine kleine, ehrliche Geschichte erzählen, wenn danach gefragt wird? Wenn ja, ist das Foto eine gute Wahl. Wenn dir dazu nichts einfällt, weil das Bild eigentlich nur zufällig entstanden ist oder eine einmalige Ausnahme zeigt, lohnt sich ein Austausch gegen ein Foto, das näher an deinem tatsächlichen Alltag liegt und über das sich beim Date leichter und ehrlicher sprechen lässt.

Die Rolle von Farben und Hintergrund

Ein Detail, das selten beachtet wird, aber messbar wirkt, ist die Farbgebung eines Fotos. Ein bunter, unruhiger Hintergrund lenkt vom Gesicht ab und sorgt dafür, dass der erste Blick nicht dorthin fällt, wo er hinfallen soll. Ein ruhigerer Hintergrund, etwa eine einfarbige Wand, Grün im Park oder ein unauffälliges Café, lässt das Gesicht automatisch stärker hervortreten, ohne dass dafür irgendeine technische Bearbeitung nötig wäre.

Auch die eigene Kleidung spielt eine Rolle, allerdings eine kleinere, als viele annehmen. Wichtiger als die Farbe des Oberteils ist, dass die Kleidung zur eigenen Persönlichkeit passt und nicht wie ein Kostüm für die Kamera wirkt. Wer sich in einem bestimmten Kleidungsstil ohnehin wohlfühlt, sollte genau diesen auf den Fotos zeigen, statt sich für den vermeintlich perfekten Auftritt zu verstellen, denn Verstellung fällt spätestens beim ersten Treffen ohnehin auf.

Was eine kurze Bildunterschrift bewirken kann

Manche Apps erlauben es, einzelne Fotos mit einer kurzen Zeile zu versehen, etwa einem Ort, einem Kommentar oder einer kleinen Anekdote. Diese Möglichkeit wird oft übersehen, dabei kann eine gut platzierte Zeile ein durchschnittliches Foto deutlich aufwerten, weil sie einen konkreten Gesprächseinstieg liefert, den das bloße Bild allein nicht bieten kann. Ein Foto vom Wandern mit dem Kommentar, dass genau an diesem Tag der Rückweg doppelt so lang wie geplant war, gibt sofort etwas zum Nachfragen.

Wichtig ist dabei, es nicht zu übertreiben. Eine einzige pointierte Zeile bei einem oder zwei Fotos wirkt sympathisch, eine ausführliche Geschichte unter jedem einzelnen Bild wirkt dagegen schnell überladen und nimmt dem Gegenüber die Möglichkeit, selbst noch etwas zu fragen. Der Reiz einer guten Bildunterschrift liegt darin, dass sie neugierig macht, ohne die ganze Geschichte schon zu verraten.

Was du besser weglässt

Manche Klassiker tauchen in Profilen immer wieder auf und wirken fast nie so, wie sie ursprünglich gedacht waren. Fotos mit Sonnenbrille als Hauptbild verstecken die Augen, die für einen ersten Eindruck eine große Rolle spielen und viel über einen Menschen vermitteln. Spiegel-Selfies im Fitnessstudio wirken auf viele weniger attraktiv, als die Person vermutlich hofft, weil der Fokus stark auf der Selbstdarstellung liegt und wenig Raum für Persönlichkeit lässt. Fotos mit Ex-Partnerinnen oder Ex-Partnern, auch wenn sie herausgeschnitten wurden, hinterlassen oft noch erkennbare Spuren, etwa einen fremden Arm am Bildrand, und sollten grundsätzlich draußen bleiben.

Auch Gruppenfotos als erstes Bild sind keine gute Wahl. Wer als Betrachter erst rätseln muss, welche Person im Bild das gesuchte Profil ist, wischt in den meisten Fällen einfach weiter, bevor die Frage geklärt ist, weil die Geduld dafür im schnellen Wischmodus meist fehlt. Ein Gruppenfoto kann als eines von mehreren Bildern durchaus zeigen, dass du ein soziales Leben hast, sollte aber nie an erster Stelle stehen, wo es die entscheidende erste Wirkung verwässert.

Die Rolle von Haustieren, Kindern und anderen Menschen auf Fotos

Ein Foto mit dem eigenen Hund gehört zu den beliebtesten Motiven auf Dating-Profilen, und das aus gutem Grund: Tiere wirken sympathisch und geben dem Foto eine natürliche, entspannte Note, die selten gestellt wirkt. Solche Fotos dürfen gerne Teil des Profils sein, sollten aber nicht die einzigen sein, auf denen dein Gesicht klar erkennbar ist, sonst rückt das Tier stärker in den Fokus als die eigentliche Person dahinter.

Bei Kindern ist größere Zurückhaltung sinnvoll. Ein Kind auf einem öffentlich sichtbaren Profil ohne dessen Einverständnis zu zeigen, ist aus Gründen des Schutzes der Privatsphäre grundsätzlich keine gute Idee, unabhängig davon, wie stolz man als Elternteil ist. Wer eigene Kinder hat, kann das im Text erwähnen, ohne ein Foto zeigen zu müssen, auf dem das Kind erkennbar ist. Bei anderen Menschen auf Fotos, etwa Freundinnen oder Freunden, gilt ähnliche Vorsicht: Ein Gruppenfoto ist in Ordnung, wenn alle Personen wissen und damit einverstanden sind, dass es öffentlich sichtbar ist.

Wie viele Fotos wirklich sinnvoll sind

Zu wenige Fotos wirken unvollständig und wecken die Frage, was verborgen werden soll oder warum kein besseres Bild existiert. Zu viele Fotos dagegen verwässern den Eindruck, weil niemand jedes einzelne Bild genau betrachtet und die Aufmerksamkeit mit jedem weiteren Foto schneller abnimmt. Vier bis sechs Fotos sind ein guter Rahmen, solange jedes davon etwas Eigenes zeigt: ein klares Porträt, ein Ganzkörperfoto, ein Bild mit einem Hobby, vielleicht eines mit Freunden oder in einer besonderen Umgebung, die etwas über dich erzählt.

Wiederholungen derselben Pose in leicht anderem Winkel bringen wenig zusätzliche Information und lohnen sich selten, egal wie gelungen das einzelne Foto ist. Besser ist es, eine kleinere Anzahl an wirklich unterschiedlichen Fotos sorgfältig auszuwählen, als möglichst viele Bilder hochzuladen, die letztlich dasselbe zeigen und den Gesamteindruck eher schwächen als stärken.

Warum ein zweites Set an Fotos sich lohnen kann

Wer über längere Zeit auf einer Plattform aktiv ist und das Gefühl hat, das eigene Profil habe sich abgenutzt, muss nicht wochenlang auf einen besonderen Anlass für neue Fotos warten. Es reicht, sich bewusst vorzunehmen, bei der nächsten passenden Gelegenheit, einem Ausflug, einem Treffen mit Freunden, einem schönen Nachmittag, gezielt ein paar Aufnahmen zu machen, die später als Ersatz oder Ergänzung dienen können. Wer ein kleines Archiv an brauchbaren Fotos aufbaut, muss nicht jedes Mal von vorne anfangen, wenn ein Update des Profils fällig wird.

Dieses zweite Set lohnt sich besonders dann, wenn sich zeigt, dass bestimmte Fotos im aktuellen Profil kaum noch zu neuen Kontakten führen, während andere weiterhin gut funktionieren. Ein Austausch der schwächeren Bilder gegen frische Aufnahmen kostet wenig Aufwand, wirkt sich aber oft überraschend deutlich auf die Zahl der eingehenden Nachrichten aus, weil das Profil dadurch insgesamt aktueller und lebendiger wirkt.

Der Zusammenhang zwischen guten Fotos und der ersten Nachricht

Ein starkes Profil ist die Grundlage für alles, was danach kommt. Wer ein Foto findet, das ihm oder ihr gefällt, liest die Profilbeschreibung aufmerksamer und öffnet sich eher für eine erste Nachricht, sowohl beim Empfangen als auch beim eigenen Schreiben, weil schon eine gewisse Sympathie vorhanden ist. Wie diese erste Nachricht dann konkret aussehen kann, beschreibt der Artikel über die erste Nachricht ausführlicher. Beide Bausteine gehören zusammen: Das beste Anschreiben verpufft an einem Profil, das niemanden neugierig macht, und die schönsten Fotos bringen wenig, wenn danach nichts Interessantes folgt, das den ersten Eindruck bestätigt.

Auch für das erste Treffen selbst lohnt sich, ein Profil zu haben, das schon eine ehrliche Erwartung setzt. Wer im Artikel über Ideen fürs erste Date nach passenden Vorschlägen sucht, sollte vorher ein Profil hinterlegt haben, das diese Erwartung nicht enttäuscht, sobald man sich tatsächlich gegenübersitzt und der erste Eindruck vom Bildschirm auf die Realität trifft.

Fotos regelmäßig aktualisieren

Ein Profil, das seit zwei Jahren dieselben Fotos zeigt, altert unbemerkt mit dem eigenen Leben mit, während die Fotos selbst stehen bleiben. Eine neue Frisur, eine veränderte Statur oder einfach ein anderer Lebensabschnitt sollten sich irgendwann auch in den Fotos widerspiegeln, damit das Profil weiterhin ein ehrliches Bild zeigt. Das ist keine Frage der Eitelkeit, sondern der Ehrlichkeit gegenüber den Menschen, die sich auf dieser Grundlage für ein Treffen entscheiden.

Ein einfacher Richtwert: Alle paar Monate lohnt sich ein kurzer, kritischer Blick auf das eigene Profil, am besten aus der Perspektive einer fremden Person, die dich nicht kennt. Wirkt das noch aktuell? Zeigt es dich so, wie du heute aussiehst und lebst, nicht so, wie du vor drei Jahren ausgesehen hast? Wenn die Antwort nein lautet, ist es Zeit für neue Fotos, auch wenn die alten einmal gut funktioniert haben und man sich ungern von ihnen trennt.

Ein guter Zeitpunkt für diesen Rückblick ist immer dann gegeben, wenn sich etwas im eigenen Leben spürbar verändert hat, ein Umzug, ein neuer Job, eine neue Frisur oder einfach eine andere Lebensphase mit anderen Interessen. Fotos, die diese Veränderung noch nicht zeigen, erzählen unbewusst eine leicht veraltete Geschichte, und diese kleine Verzögerung zwischen dem eigenen Leben und dem, was das Profil davon zeigt, lässt sich mit ein wenig Aufmerksamkeit leicht vermeiden.

Warum Authentizität am Ende mehr bringt als Perfektion

Der größte Fehler bei Dating-Fotos ist nicht ein schlechtes Bild, sondern ein Profil, das zu sehr nach Inszenierung aussieht und dadurch unnahbar wirkt, fast wie eine Werbeanzeige statt wie ein echter Mensch. Menschen suchen auf Dating-Plattformen nach echten Menschen, nicht nach makellosen Hochglanzbildern. Ein Foto mit einem kleinen Makel, dafür aber mit einem echten, spontanen Ausdruck, wirkt in der Praxis oft einladender als eine technisch perfekte, aber sterile Aufnahme, bei der jedes Detail durchdacht wirkt.

Das heißt nicht, dass Sorgfalt bei der Auswahl unwichtig wäre. Es heißt, dass die Sorgfalt sich darauf richten sollte, ein ehrliches, sympathisches Bild von dir zu zeigen, nicht ein möglichst makelloses. Wer beides gegeneinander abwägen muss, sollte sich fast immer für die authentischere Variante entscheiden, selbst wenn das technisch perfektere Foto auf den ersten Blick verlockender wirkt.

Ein Nachmittag reicht für ein gutes Profil

Du brauchst kein Fotostudio und keine teure Ausrüstung, um ein überzeugendes Profil zusammenzustellen. Ein Nachmittag mit einer Freundin oder einem Freund, ein Spaziergang bei gutem Licht, ein paar Fotos beim Lachen und eines in Bewegung reichen meist schon aus, um daraus ein rundes Profil zusammenzustellen. Wichtiger als die technische Qualität ist, dass die Person hinter der Kamera dich kennt und ein Foto einfängt, das wirklich nach dir aussieht, nicht nach einer besonders vorteilhaften Momentaufnahme, die mit der eigenen Art wenig zu tun hat.

Am Ende dieses Nachmittags solltest du eine kleine Auswahl von zehn bis fünfzehn Fotos haben, aus denen sich die endgültigen vier bis sechs herausfiltern lassen. Diese größere Ausgangsmenge gibt dir echte Wahlfreiheit, statt dich auf die wenigen Fotos zu verlassen, die ohnehin schon auf deinem Handy vorhanden waren, bevor du dich überhaupt bewusst mit dem eigenen Profil beschäftigt hast.

Einen Überblick über Plattformen, bei denen sich ein gepflegtes Profil besonders auszahlt und die Mühe sich am ehesten lohnt, findest du auf unserer Vergleichsseite. Am Ende gilt: Das beste Profilfoto ist nicht das perfekteste, sondern das, auf dem du selbst dich wiedererkennst, wenn du es anschaust, und auf dem andere genau das sehen, was sie beim Treffen dann auch wirklich vorfinden, ohne böse Überraschung auf beiden Seiten.

Eine ehrliche Zweitmeinung einholen

Nach so viel Zeit mit den eigenen Fotos verliert man leicht den objektiven Blick auf das, was tatsächlich zu sehen ist. Ein einfacher, aber wirksamer letzter Schritt ist, die ausgewählten Fotos einer Person zu zeigen, die ehrlich genug ist, um eine echte Rückmeldung zu geben, statt nur reflexartig zu loben. Eine gute Freundin, die schon selbst länger auf Dating-Apps unterwegs ist, erkennt oft auf den ersten Blick, welches Foto stark ist und welches lieber draußen bleiben sollte.

Wer niemanden hat, der ehrlich genug ist, kann sich stattdessen selbst eine kleine Pause verschaffen: Fotos auswählen, ein paar Tage liegen lassen und dann mit frischem Blick erneut ansehen. Dieser Abstand macht es leichter, ein Foto so zu sehen, wie es eine fremde Person zum ersten Mal wahrnehmen würde, statt es durch die eigene, vertraute Erinnerung an den Moment der Aufnahme zu betrachten. Wer sich diese kleine Mühe macht, bevor das Profil online geht, erspart sich viele der Enttäuschungen, die sonst erst im Nachhinein auffallen, wenn längst schon gewischt wurde.

Häufige Fragen

Wie viele Fotos sollte ein Dating-Profil haben?

Vier bis sechs sind ein guter Rahmen. Weniger wirkt unvollständig und weckt Misstrauen, mehr überfordert und verwässert den Eindruck, weil niemand mehr genau hinschaut. Wichtiger als die Anzahl ist, dass jedes Foto etwas Eigenes zeigt und nicht dieselbe Pose wiederholt.

Sind Gruppenfotos als Profilbild in Ordnung?

Als eines von mehreren Fotos durchaus, als erstes Bild eher nicht. Wenn das allererste Foto ein Gruppenbild ist, muss jeder erst raten, wer du überhaupt bist, und viele wischen weiter, bevor sie es herausfinden.

Muss ich professionelle Fotos machen lassen?

Nein, das ist nicht nötig und wirkt manchmal sogar zu glatt. Ein gutes Smartphone-Foto bei Tageslicht, aufgenommen von jemandem, der dich kennt, schlägt in der Praxis oft ein teures Fotoshooting, weil es natürlicher aussieht.

Soll ich alte Fotos verwenden, auf denen ich besser aussehe?

Besser nicht. Spätestens beim ersten Treffen fällt die Abweichung auf, und das beschädigt Vertrauen, bevor es überhaupt eine Chance hatte zu entstehen. Aktuelle Fotos, auf denen du dir selbst gefällst, sind die bessere Wahl als ältere, die ein anderes Bild von dir zeichnen.

Zuletzt aktualisiert am 22. September 2026

Lena Sommer
Über die Autorin / den Autor
Lena Sommer

Lena schreibt so, wie sie mit Freundinnen redet: offen, mit Humor und ohne Beschönigung. Sie nimmt das Dating-Leben nicht zu ernst, und genau das macht ihre Texte leicht zu lesen.

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