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Weihnachtsgeschenk in der Kennenlernphase: Schenken, wie viel und was?

Weihnachtsgeschenk in der Kennenlernphase: ob du nach wenigen Wochen schenkst, welcher Betrag passt, wie du es ansprichst und welche Ideen nicht zu viel sind.

Lena Sommer
Lena Sommer
Dating-Kolumnistin · 4. November 2026 · 23 Min. Lesezeit

Ein Weihnachtsgeschenk in der Kennenlernphase ist kein Muss, und genau das macht die Frage so knifflig. Ihr habt euch ein paar Mal gesehen, schreibt euch jeden Tag, vielleicht habt ihr schon einen Sonntag zusammen auf dem Sofa verbracht. Und dann rückt der Dezember an, und in deinem Kopf läuft die Endlosschleife: Erwartet die Person etwas? Wirke ich klammernd, wenn ich etwas schenke? Wirke ich desinteressiert, wenn nicht? Die kurze Antwort: Je kürzer ihr euch kennt, desto kleiner darf die Geste sein, bis hin zu gar keiner. Und wenn du dir unsicher bist, fragst du einfach. Das klingt unromantisch, erspart euch aber beiden den Moment, in dem eine Person ein liebevoll verpacktes Päckchen überreicht und die andere nur ein „Oh, ähm, danke“ herausbringt.

Weihnachtsgeschenk in der Kennenlernphase: Musst du überhaupt etwas schenken?

Nein, du musst nicht. Weihnachten ist ein Fest, an dem sich Familien, Paare und Freundeskreise beschenken, also Menschen, deren Verhältnis zueinander geklärt ist. Die Kennenlernphase ist das genaue Gegenteil davon: Ihr findet gerade erst heraus, ob und wie ihr zueinander passt. Ein Geschenk wird in dieser Zeit deshalb schnell zu mehr als einem Gegenstand. Es ist eine kleine Botschaft darüber, wie du die Sache zwischen euch einschätzt.

Was ein Geschenk in dieser Phase aussagt

Ein Geschenk unter Paaren sagt: „Du gehörst zu meinem Leben.“ Ein Geschenk unter Menschen, die sich gerade daten, sagt im besten Fall: „Ich denke an dich, und ich mag, was sich hier entwickelt.“ Im ungünstigen Fall sagt es: „Ich bin schon drei Schritte weiter als du.“ Den Unterschied machen weniger der Preis als die Art des Geschenks und der Zeitpunkt. Eine Tafel Schokolade mit einem Zettel, der auf einen Insider aus eurem zweiten Date anspielt, ist leicht und charmant. Eine Halskette mit Anhänger ist schwer, egal wie günstig sie war.

Umgekehrt ist auch kein Geschenk eine Botschaft, allerdings eine viel leisere. Wer erst seit kurzem datet, rechnet oft noch gar nicht mit einem Päckchen und ist ohne eins kaum gekränkt. Unangenehm wird es eher, wenn eine Person etwas mitbringt und merkt, dass die andere gar nicht auf die Idee gekommen ist. Genau dagegen hilft ein kurzes Abstimmen.

Drei Fragen, bevor du überhaupt ein Geschäft betrittst

Bevor du durch Online-Shops scrollst, beantworte dir ehrlich drei Fragen:

  1. Seht ihr euch auch nach den Feiertagen noch? Wenn ihr schon über Silvester oder ein Treffen im Januar gesprochen habt, ist ein kleines Geschenk naheliegend. Wenn völlig offen ist, ob es überhaupt weitergeht, ist eine Karte oder eine Nachricht passender.
  2. Ist das Geschenk für die andere Person oder für dein Gefühl? Manchmal will man schenken, um sich selbst zu beruhigen oder um die Beziehung ein Stück verbindlicher zu machen. Ein Geschenk kann ein Gespräch über euren Status nicht ersetzen.
  3. Wie würdest du dich fühlen, wenn du nichts zurückbekommst? Wenn die Antwort „ziemlich mies“ lautet, ist entweder das Geschenk zu groß oder es braucht vorher eine Absprache.

Entscheidungshilfe nach Dauer und Verbindlichkeit

Die Dauer allein sagt wenig. Drei Wochen mit Treffen alle zwei Tage sind etwas anderes als drei Monate mit einem Date alle zwei Wochen. Deshalb hilft es, Dauer und Verbindlichkeit zusammen zu betrachten. Die folgende Übersicht ist eine Orientierung, an der du dein Bauchgefühl gegenprüfen kannst, keine Benimmregel.

Wo ihr stehtTypische LageWas gut passtRahmen (Faustregel)
Zwei bis drei DatesIhr mögt euch, alles ist offenWeihnachtsgruß, Karte oder gar nichtsnichts oder eher symbolisch
Ein paar Wochen regelmäßigIhr seht euch oft, schreibt täglichKleinigkeit mit Bezug zu euren Gesprächenkleiner Betrag
Fast zusammen oder frisch exklusivIhr datet nur noch einander, plant gemeinsamErlebnis oder persönliches Geschenkdarf mehr sein, aber leicht zu erwidern
SituationshipViel Nähe, aber kein geklärter StatusNichts oder eine bewusst leichte Gestenichts oder eher symbolisch

Die Spalte „Rahmen“ ist eine Faustregel der Redaktion ohne Datengrundlage. Was „klein“ heißt, hängt von euren Verhältnissen ab. Wer wenig Geld hat, liegt mit einer selbst gemachten Kleinigkeit auf jeder Stufe richtig.

Nach zwei oder drei Dates

Hier ist die Frage nach dem Weihnachtsgeschenk eigentlich schon beantwortet: Ein Geschenk ist nicht nötig und käme oft eher überraschend. Auch die US-Partnervermittlung Kelleher International hält in ihrem Ratgeber zu Geschenken in verschiedenen Beziehungsphasen fest, dass ein Feiertagsgeschenk um das dritte Date herum nett ist, aber keineswegs erwartet wird. Was gut funktioniert, ist eine liebevolle Kleinigkeit ohne Gegenstand. Eine Sprachnachricht am Heiligabend, ein Foto vom Weihnachtsmarkt mit „Hier gibt es den Punsch, von dem ich dir erzählt habe, wollen wir da nach den Feiertagen hin?“ oder eine Weihnachtskarte, die du beim letzten Date vor den Feiertagen in die Hand drückst.

Wenn du unbedingt etwas Greifbares mitbringen willst, bleib im Bereich Schokoladen-Weihnachtsmann, Mandarinen aus dem Supermarkt oder ein Glühwein-Gutschein für den nächsten Marktbesuch. Alles, was in die Jackentasche passt und ohne Verpackungsorgie auskommt, ist hier richtig. Das signalisiert: Ich hab an dich gedacht, und mehr soll es gerade gar nicht bedeuten.

Seit ein paar Wochen regelmäßig

Das ist die Stufe, auf der die meisten ins Grübeln kommen. Ihr trefft euch jede Woche, kennt die Namen der besten Freundinnen und Freunde des anderen, wisst, wer morgens Kaffee und wer Tee trinkt. Hier ist eine kleine Aufmerksamkeit eine schöne Geste, aber kein Muss. Das ideale Geschenk auf dieser Stufe hat einen Bezug zu etwas, das in euren Gesprächen vorkam: das Buch des Autors, über den ihr gestritten habt, die scharfe Soße aus dem Imbiss, über den ihr gelacht habt, ein Würfelspiel, weil ihr beim dritten Date über Spieleabende geredet habt.

Auf dieser Stufe lohnt sich die Absprache am meisten. Denn hier ist die Wahrscheinlichkeit am größten, dass ihr unterschiedliche Erwartungen habt. Eine Person denkt: „Wir sind ja noch nicht zusammen, da schenkt man doch nichts.“ Die andere denkt: „Wir sehen uns seit zwei Monaten jede Woche, natürlich schenke ich etwas.“ Beides ist legitim, und genau deshalb lohnt der kurze Satz vorher.

Fast zusammen oder frisch exklusiv

Wenn ihr schon geklärt habt, dass ihr nur noch einander datet, oder es eigentlich klar ist, auch wenn das Wort „Beziehung“ noch nicht gefallen ist, dann darf das Geschenk persönlicher werden. Hier passt ein gemeinsames Erlebnis, ein liebevoll zusammengestelltes Päckchen oder etwas, das ein echtes Interesse der anderen Person aufgreift. Wenn du dir unsicher bist, ob ihr schon an diesem Punkt seid, hilft der Artikel woran du erkennst, wann man zusammen ist, denn ein Geschenk ersetzt dieses Gespräch nicht.

Auch auf dieser Stufe gilt: lieber durchdacht als teuer. Ein großes Geschenk wenige Wochen nach dem Kennenlernen kann trotzdem Druck machen, weil es eine Gegenleistung im gleichen Rahmen nahelegt.

In einer Situationship

Ihr verbringt Nächte miteinander, schreibt viel, aber über das, was ihr seid, redet ihr nicht? Dann ist Weihnachten ein heikler Moment. Ein Geschenk kann hier wie ein Versuch wirken, die Sache durch die Hintertür verbindlicher zu machen, und wenn die andere Person nichts mitbringt, tut das oft mehr weh als in einer klaren Kennenlernphase. Wenn du nicht sicher bist, ob du noch in der Kennenlernphase oder schon in etwas Unklarem steckst, hilft die Gegenüberstellung Situationship oder Kennenlernphase.

Die ehrliche Empfehlung für Situationships: Schenk nichts, was du nicht auch einem guten Bekannten schenken würdest. Ein Kartenspiel, eine Packung Plätzchen, ein Gutschein für einen Kaffee. Und wenn dich an Weihnachten vor allem die Frage umtreibt, was ihr eigentlich seid, dann ist das der eigentliche Punkt, um den es geht, und kein Geschenk der Welt beantwortet ihn.

Sonderfälle, die die Rechnung ändern

  • Geburtstag im Dezember: Hat die Person kurz vor Weihnachten Geburtstag, steht ohnehin ein Anlass an. Dann reicht oft eine Kleinigkeit zum Geburtstag, und Weihnachten bleibt bei einem Gruß. Zwei Geschenke innerhalb weniger Tage wirken in der Kennenlernphase schnell üppig.
  • Die Person feiert kein Weihnachten: Nicht alle feiern Weihnachten, aus religiösen, kulturellen oder ganz persönlichen Gründen. Frag nach, statt einfach ein Päckchen mitzubringen. Eine Einladung zum Essen in der Zeit zwischen den Jahren passt dann oft besser.
  • Ihr datet noch andere: Wenn einer von euch oder beide parallel weitere Menschen kennenlernen, ist ein Weihnachtsgeschenk eher fehl am Platz. Wie man mit dieser Lage fair umgeht, steht im Artikel über mehrere Dates gleichzeitig.
  • Ihr seht euch vor den Feiertagen nicht mehr: Ein Geschenk per Post ist in der Kennenlernphase meist zu viel. Ein Weihnachtsgruß per Nachricht und ein Geschenk beim ersten Treffen im Januar, falls es dann noch passt, sind entspannter.

Wie viel ausgeben? Ein Budgetrahmen als Orientierung

Wie viel man für ein Geschenk in der Kennenlernphase ausgeben sollte, dafür gibt es keine offizielle Antwort und keine verlässliche Zahl. Es gibt aber ein paar gute Gründe, eher niedrig zu bleiben.

Warum ein kleiner Betrag fast immer besser ist

Ein teures Geschenk hat in der Kennenlernphase gleich mehrere Nebenwirkungen. Erstens setzt es die andere Person unter Druck, etwas Gleichwertiges zurückzugeben. Zweitens macht es einen möglichen Abschied schwerer: Wer zwei Wochen nach Weihnachten merkt, dass es nicht passt, fühlt sich mit einem teuren Geschenk im Regal schnell schlecht. Drittens verschiebt es den Fokus. Die Frage ist dann plötzlich, was etwas gekostet hat, und nicht mehr, ob es dir gefällt.

Ein kleiner Betrag mit großem Gedanken dahinter zeigt dagegen Aufmerksamkeit, ohne eine Erwartung zu erzeugen, und lässt der anderen Person die Freiheit, ebenfalls klein zu bleiben.

Gleichstand schlägt jede Summe

Ob ihr euch 5 oder 30 Euro schenkt, ist für das Gefühl am Ende weniger wichtig als die Frage, ob ihr ungefähr im selben Rahmen liegt. Ein Buch gegen eine Uhr ist unangenehm für beide Seiten. Zwei Bücher sind einfach schön. Deshalb ist der Budgetrahmen auch ein guter Einstieg ins Gespräch: „Sollen wir uns was Kleines schenken, so bis 15 Euro?“ ist konkret, entspannt und nimmt beiden die Rechnerei ab.

Wenn ihr unterschiedlich viel Geld habt

Vielleicht studierst du, und die andere Person verdient gut, oder umgekehrt. Dann ist ein fester Betrag manchmal unfair. Eine Alternative ist eine Absprache über die Art des Geschenks statt über die Summe: „Wir schenken uns nur etwas Selbstgemachtes“ oder „Jeder bringt sein liebstes Weihnachtsgebäck mit.“ Damit ist der Rahmen klar, ohne dass jemand Kontoauszüge vergleichen muss. Wer beim Thema Geld in der Kennenlernphase generell unsicher ist, findet beim Artikel wer beim ersten Date zahlt ein paar Grundgedanken, die auch auf Geschenke übertragbar sind.

„Schenken wir uns was?“ So sprichst du die Geschenkfrage an

Die Absprache ist der unterschätzteste Trick dieser ganzen Saison. Viele scheuen sie, weil sie unromantisch wirkt oder weil sie Angst haben, damit zu viel Bedeutung in die Sache zu legen. Dabei ist das Gegenteil der Fall: Ein lockeres „Machen wir Geschenke?“ zeigt, dass du entspannt bist und keine Lust auf Missverständnisse hast. Und es ist viel weniger peinlich als die Szene, in der nur einer etwas in der Hand hält.

Wann und wie du fragst

Gut ist ein Zeitpunkt etwa zwei bis drei Wochen vor eurem letzten Treffen vor den Feiertagen. Dann bleibt genug Zeit, um etwas zu besorgen, und die Frage kommt nicht wie ein Notruf am 23. Dezember. Am natürlichsten wirkt sie, wenn ihr sowieso über Weihnachten redet: über Familienbesuche, Plätzchen, den Stress im Job vor den Feiertagen. Persönlich oder am Telefon ist sie leichter als per Chat, weil du die Reaktion siehst oder hörst. Per Nachricht geht es aber auch, wenn du locker formulierst.

Formulierungen für jede Stufe

Für die ganz frühe Phase, wenn du eigentlich nichts schenken willst, aber Klarheit möchtest:

  • „Kurze Frage, damit keiner von uns in Panik einkauft: Wir schenken uns nichts zu Weihnachten, oder?“
  • „Ich bin ehrlich, ich hab noch kein Geschenk für dich im Kopf und finde, das muss auch noch nicht sein. Siehst du das ähnlich?“

Für die Phase, in der du gerne etwas Kleines schenken würdest:

  • „Hast du Lust, dass wir uns eine Kleinigkeit schenken? So was um die zehn Euro, nichts Großes.“
  • „Ich hab da so eine Idee für dich, aber nur, wenn das für dich okay ist. Machen wir Weihnachtsgeschenke oder lieber nicht?“
  • „Wollen wir uns gegenseitig ein Buch schenken, das der andere unbedingt lesen sollte?“

Für die Phase, in der ihr fast zusammen seid:

  • „Ich würde dir gerne was schenken. Hast du einen Rahmen im Kopf, damit sich keiner blöd fühlt?“
  • „Statt Geschenken: Wollen wir uns zu Weihnachten gegenseitig ein Date schenken? Jeder plant eins.“

Für Situationships, in denen du die Geschenkfrage nutzt, um ehrlich zu sein:

  • „Ich merke, ich weiß gar nicht, ob wir uns was schenken, weil ich nicht genau weiß, was wir sind. Können wir da mal drüber reden?“

Die letzte Formulierung ist mutig, aber sie trifft den Kern.

Wenn die Antwort ausweichend ist

Manchmal kommt auf deine Frage nur ein „Weiß nicht, mal schauen“ zurück. Das ist kein Drama. Leg dann selbst einen kleinen Rahmen fest: „Okay, dann mach ich es so: Ich bring dir eine Kleinigkeit mit, wirklich klein, und du musst gar nichts.“ Damit nimmst du der anderen Person den Druck, und du stehst trotzdem nicht im luftleeren Raum. Wenn du dagegen den Eindruck hast, dass die Ausweichantwort weniger mit Geschenken als mit dem Thema Nähe zu tun hat, lohnt es sich, das im Blick zu behalten, ohne es an Weihnachten festzumachen.

Geschenkideen nach Stufe

Die besten Geschenke für jemanden, den man datet, sind nicht die originellsten, sondern die, bei denen die andere Person merkt: Das hat sich jemand gemerkt. Deshalb ist eine gute Vorbereitung weniger ein Bummel durch die Geschäfte als ein Blick in euren Chatverlauf. Worüber habt ihr gelacht? Was hat die Person nebenbei erwähnt, was sie liebt, vermisst oder schon immer ausprobieren wollte? Wenn dir gar nichts einfällt, sind gute Fragen zum Kennenlernen beim nächsten Treffen ein unauffälliger Weg, mehr herauszufinden.

Stufe 1: Kleinigkeiten mit Bezug zu euren Gesprächen

Diese Ideen passen schon nach wenigen Wochen und kosten wenig. Ihr Wert entsteht ausschließlich aus dem Bezug.

  • Die Lieblingssorte von etwas: Tee, Kaffeebohnen, eine bestimmte Schokolade, die die Person mal erwähnt hat. Funktioniert, weil es zeigt, dass du dir Details merkst.
  • Ein Buch mit Widmung: Am besten eins zu einem Thema, über das ihr gesprochen habt, statt des Bestsellers, der gerade überall gestapelt liegt. Ein Satz vorne rein, warum du an die Person gedacht hast, und fertig.
  • Die Snack-Referenz: Ihr habt beim ersten Date über die beste Chipssorte gestritten? Eine Tüte davon mit einer Schleife ist albern, günstig und genau richtig.
  • Ein Kartenspiel mit Gesprächsfragen: Passt besonders gut in die Kennenlernphase, weil es gleich zum nächsten gemeinsamen Abend einlädt. Ein Kartenspiel mit Fragen steht auch in den Geschenkideen von desired.de für jemanden, den du erst seit kurzem datest. Wähl eine Ausgabe für den Anfang, ohne allzu intime Fragen.
  • Eine Mini-Pflanze oder ein Ableger: Gut für Menschen, die viel über ihre Wohnung oder ihren Balkon reden. Klein, lebendig, nicht zu bedeutungsschwer.
  • Wollsocken mit albernem Muster: Wenn die Person ständig über kalte Füße klagt, ist das eine liebevolle Pointe.

Stufe 2: Erlebnisse, die ein nächstes Date mitbringen

Erlebnisgeschenke haben in der Kennenlernphase einen großen Vorteil: Sie sind ein Versprechen auf gemeinsame Zeit, ohne gleich die Zukunft festzulegen. Sie passen gut, wenn ihr ohnehin vorhabt, euch nach den Feiertagen wiederzusehen.

  • Zwei Karten für die Eisbahn, das Kino oder ein kleines Konzert: Klar, konkret, mit eingebautem nächsten Treffen.
  • Ein selbst gestalteter Gutschein für ein Date: „Gutschein für einen Abend mit selbst gemachter Pizza und dem schlechtesten Weihnachtsfilm, den wir finden.“ Kostet fast nichts und zeigt Fantasie. Ideen für die kalte Jahreszeit sammelt der Artikel Date-Ideen im Winter.
  • Ein Workshop für zwei: Töpfern, Kochen, Bouldern. Passt eher auf die Stufe „fast zusammen“, weil es Planung und einen festen Termin voraussetzt.
  • Die Einladung zu deinem Lieblingsort: Ein Café, ein Aussichtspunkt, ein Museum. Verpackt in einer Karte mit Datum, als kleine Verabredung zum neuen Jahr.

Ein Tipp für Erlebnisgeschenke: Mach sie flexibel. Ein Gutschein ohne festen Termin lässt der anderen Person Luft, und ein Erlebnis, das ihr ein paar Wochen später gemeinsam einlöst, ist ein schöner Anlass, euch wiederzusehen.

Stufe 3: Selbstgemachtes

Selbstgemachtes ist das Geschenk mit dem höchsten Charme-Faktor und dem niedrigsten Preis, aber auch mit dem größten Risiko, zu viel zu sein. Die Faustregel: Je kürzer ihr euch kennt, desto weniger Bastelzeit sollte man dem Geschenk ansehen.

  • Plätzchen oder Gebäck: Fast immer gut. Ein Glas mit selbst gebackenen Keksen ist warm, festlich und unverfänglich.
  • Eine Playlist: Klingt nach den Neunzigern, funktioniert aber erstaunlich gut, wenn ihr über Musik geredet habt. Mit kurzen Notizen, warum welcher Song drin ist.
  • Eine selbst gemachte Gewürzmischung oder ein Sirup: Für Menschen, die gern kochen. Mit einem Rezeptvorschlag dazu, das ihr zusammen ausprobieren könnt.
  • Eine Zeichnung oder ein kleines Foto: Wenn du gern zeichnest oder fotografierst, ist ein Motiv von einem Ort, an dem ihr wart, persönlich, ohne aufdringlich zu sein.

Was auf dieser Stufe eher zu viel ist: ein selbst gemachter Adventskalender mit 24 Türchen, ein Fotobuch eurer bisherigen Treffen, ein gestrickter Pullover. Das sind wunderschöne Geschenke für Menschen, die schon ein gemeinsames Leben haben. Nach sechs Wochen wirken sie eher wie ein Liebesbrief in Buchform.

Die Karte: was du reinschreiben kannst

Egal ob mit oder ohne Geschenk, eine Karte ist in der Kennenlernphase nie falsch. Sie sollte allerdings nicht klingen wie ein Heiratsantrag. Ein paar Sätze, die warm, aber leicht sind:

  • „Frohe Weihnachten! Ich freu mich auf die nächste Runde Punsch mit dir.“
  • „Danke für die letzten Wochen. Hat Spaß gemacht, dich kennenzulernen, und ich hoffe, das geht so weiter.“
  • „Für die Feiertage: viel Ruhe, wenig Familienstress und genug Plätzchen. Wir sehen uns im neuen Jahr.“

Sätze wie „Ich kann mir ein Leben ohne dich nicht mehr vorstellen“ heben sich lieber für später auf. Auch wenn das Gefühl gerade da ist, nach wenigen Wochen kann so ein Satz die andere Person überfordern. Wenn du merkst, dass du deine Gefühle unbedingt aussprechen willst, lohnt es sich, damit bis nach den Feiertagen zu warten und es nicht in eine Weihnachtskarte zu packen.

Was du in der Kennenlernphase lieber nicht schenkst

Manche Geschenke sind objektiv schön und subjektiv zu früh. Sie haben gemeinsam, dass sie eine Nähe oder Verbindlichkeit voraussetzen, die in den ersten Wochen meist noch nicht da ist.

  • Schmuck: Ringe, Ketten und Armbänder tragen eine starke Symbolik. Selbst ein günstiges Armband wirkt schnell wie ein Bekenntnis.
  • Unterwäsche und Dessous: Zu intim, zu sehr auf den Körper der anderen Person bezogen und im Zweifel auch noch in der falschen Größe. Das ist ein Geschenk für Paare, die sich gut kennen.
  • Parfüm: Duft ist sehr persönlich, und ein Parfüm kann wie eine Aussage über den aktuellen Geruch der Person wirken. Ähnliches gilt für Pflegeprodukte gegen irgendetwas.
  • Kleidung allgemein: Größen und Geschmack sind in dieser Phase ein Ratespiel. Ausnahme: alberne Socken oder eine Mütze, die auf einen Insider anspielt.
  • Teure Technik: Kopfhörer, Smartwatch, Tablet. Zu teuer, und sie erzeugen einen Gegenleistungsdruck, den kaum jemand mag.
  • Geld oder Gutscheine mit Betrag: Wirken unpersönlich und rechnerisch. Bei einem Gutschein über 50 Euro denkt die andere Person schnell darüber nach, was sie zurückschenken müsste.
  • Alles mit Zukunftsplänen: Ein gemeinsamer Urlaub, Tickets für ein Festival im nächsten Sommer, ein Kalender mit euren Fotos. Das legt eine Zukunft fest, über die ihr noch gar nicht gesprochen habt.
  • Selbsthilfe-Bücher und Diätprodukte: Ein Ratgeber zum Thema Ordnung oder ein Fitnessgadget kann wie eine Kritik ankommen, auch wenn es gut gemeint ist.
  • Haustiere und Lebewesen mit Aufwand: Ein Kätzchen ist kein Weihnachtsgeschenk, schon gar nicht für jemanden, dessen Wohnung du vielleicht noch nicht einmal gesehen hast.

Die Grenze ist nicht immer scharf. Ein guter Selbsttest: Würdest du das Geschenk auch einem guten Freund oder einer guten Freundin geben, ohne dass es seltsam wäre? Wenn nein, ist es wahrscheinlich ein Geschenk für später.

Die Übergabe: wann, wo und wie viel Tamtam

Auch die Art, wie du schenkst, beeinflusst, wie das Geschenk ankommt. Ein kleines Päckchen bekommt viel mehr Gewicht, wenn du es bei Kerzenlicht in einem schicken Restaurant mit feierlichem Blick überreichst.

Der richtige Moment

Am entspanntesten ist es beim letzten Treffen vor den Feiertagen, ganz nebenbei: am Ende eines Weihnachtsmarktbesuchs, beim Abschied an der Bahn, zum Kaffee. Ein kurzes „Hier, eine Kleinigkeit für die Feiertage, nichts Großes“ nimmt sofort den Druck raus. Nicht ideal ist es, ein Geschenk zu überreichen, wenn du weißt, dass die andere Person nichts dabeihat, ohne dass ihr das vorher abgesprochen habt. Dann hilft ein Satz wie „Ich hab einfach Lust gehabt, du musst gar nichts zurückschenken“, und zwar so gemeint.

Wenn ihr euch über die Feiertage nicht seht

Fährt einer von euch über Weihnachten zur Familie, legt die Kennenlernphase oft eine kurze Pause ein. Das ist kein schlechtes Zeichen. Eine Nachricht am Heiligabend, ein Foto vom Familienweihnachtsbaum, eine kurze Sprachnachricht reichen in dieser Phase völlig. Wie oft du dich in dieser Zeit melden solltest, ohne zu klammern, beschreibt der Artikel darüber, wie oft man in der Kennenlernphase schreibt.

Wenn du nichts bekommst oder viel zu viel

Trotz aller Absprachen kann es passieren, dass die Erwartungen auseinandergehen. Wichtig ist dann vor allem, wie du reagierst.

Du schenkst etwas und bekommst nichts

Das fühlt sich im ersten Moment komisch an, muss aber kein Zeichen von Desinteresse sein. Manche haben in der Kennenlernphase schlicht keine Weihnachtsgeschenke auf dem Schirm, gerade wenn sie selbst nicht damit rechnen. Reagier gelassen: „Ach, das war nur so eine Idee, ich wollte dir eine Freude machen.“ Damit ist die Situation für euch beide gerettet.

Was du dir danach ehrlich anschauen kannst: Passt die fehlende Geste zu einem Gesamtbild, in dem du mehr investierst als die andere Person? Dann geht es um mehr als Weihnachten, und das Thema lohnt ein Gespräch nach den Feiertagen. Passt es dagegen zu jemandem, der sich sonst Mühe gibt, regelmäßig schreibt und Treffen vorschlägt, ist es vermutlich nur ein anderes Verständnis davon, wann man anfängt zu schenken.

Du bekommst etwas und hast nichts

Bedank dich ehrlich und ohne lange Entschuldigung. Ein „Wow, damit hab ich gar nicht gerechnet, das ist total lieb“ ist besser als eine fünfminütige Erklärung, warum du nichts besorgt hast. Hektisch nachkaufen musst du nicht. Wenn es dich trotzdem drängt, lade beim nächsten Treffen auf einen Kaffee oder Punsch ein. Das ist eine schöne Geste zurück, ohne den Eindruck, eine Rechnung zu begleichen.

Du bekommst etwas, das dir viel zu viel ist

Das ist die schwierigste Variante. Vielleicht bekommst du nach fünf Wochen eine teure Kette oder ein Wochenende in einem Hotel. Das kann sich schmeichelhaft und gleichzeitig beklemmend anfühlen. Du darfst ehrlich sein, ohne die andere Person bloßzustellen. Ein Satz wie „Das ist wahnsinnig lieb von dir, aber ehrlich gesagt ist mir das ein bisschen zu viel für die kurze Zeit, die wir uns kennen“ ist fair. Ob du das Geschenk annimmst oder zurückgibst, entscheidest du selbst. Wichtig ist, dass du nichts annimmst, das dich in eine Schuldhaltung bringt.

Wenn zu große Geschenke Teil eines Musters sind, in dem dich jemand mit Aufmerksamkeit, Komplimenten und Zukunftsplänen überschüttet, schau genauer hin. Das muss nichts Schlimmes bedeuten, kann aber auch ein Zeichen von sehr hohem Tempo sein, das dir nicht guttut. Ein Gefühl von Überrumpelung darfst du ernst nehmen.

Weihnachten zusammen verbringen und die Familie vorstellen?

Mit der Geschenkfrage taucht oft gleich die nächste auf: Verbringt ihr Weihnachten zusammen? Lädt dich die Person zur Familie ein, oder solltest du sie mitbringen?

Weihnachten mit der Familie nach wenigen Wochen

Nach wenigen Wochen ist es meist zu früh, gemeinsam mit der Familie zu feiern. Weihnachten ist emotional aufgeladen, Familien haben ihre eigenen Rituale, und ein neuer Mensch am Tisch zieht viele Fragen auf sich. Wer nach sechs Wochen gemeinsam mit Eltern und Geschwistern unterm Baum sitzt, steht unter Beobachtung, und beide Seiten wissen noch gar nicht, wie sie den anderen vorstellen sollen.

Wenn du eine Einladung bekommst, darfst du sie freundlich ablehnen: „Ich freu mich total, dass du an mich denkst, aber ich glaube, für Weihnachten mit deiner Familie ist es mir noch ein bisschen früh. Lass uns lieber zwischen den Jahren was zusammen machen.“ Das ist eine klare, warme Antwort, die keine Ablehnung der Person ist.

Ausnahmen gibt es natürlich: Wenn ihr beide sonst allein wärt, wenn die Person ohnehin ein lockeres Familientreffen mit vielen Freunden hat oder wenn ihr euch schon sehr nah seid. Dann kann ein Besuch schön sein, aber kurz und mit Rückzugsmöglichkeit.

Zwischen den Jahren und Silvester

Die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr sind oft der entspanntere Moment für ein gemeinsames Date. Die Feiertagsverpflichtungen sind erledigt, viele haben frei, und es gibt einen natürlichen Anlass, sich wiederzusehen. Ein Spaziergang am zweiten Weihnachtstag, ein Filmabend am 28. Dezember, ein Brunch am Neujahrsmorgen.

Silvester ist dagegen ein eigenes Thema. Ob ihr zusammen feiert, ist eine Frage der Verbindlichkeit, ähnlich wie das Geschenk. Wer an Silvester ohne Partner unterwegs ist oder bewusst allein feiert, findet Anregungen beim Artikel über Silvester als Single.

Wenn du an Weihnachten doch allein bist

Vielleicht endet die Kennenlernphase kurz vor Weihnachten, oder die Person ist über die Feiertage weit weg. Dann können die Tage schwerer wiegen, als sie müssten. Was in dieser Zeit hilft und wie du mit Familienfragen nach dem Beziehungsstatus umgehst, beschreibt der Ratgeber Weihnachten als Single.

Checkliste vor dem Kauf

Herbst und Winter verstärken bei vielen den Wunsch nach Nähe, und ein Weihnachten zu zweit ist ein starkes Bild. Wenn du vor allem deshalb groß schenken willst, lohnt ein Blick auf die Cuffing Season und die Frage, ob es um diese Person geht oder um das Bild. Vor dem Kauf hilft ein kurzer Abgleich:

  • Habt ihr über Geschenke gesprochen oder zumindest einen Rahmen angedeutet?
  • Bleibt das Geschenk in einem Rahmen, den die andere Person mühelos erwidern könnte?
  • Hat es einen Bezug zu etwas, das ihr gemeinsam erlebt oder besprochen habt?
  • Kannst du es überreichen, ohne eine Gegenleistung zu erwarten?
  • Fühlt sich der Gedanke gut an, dass es vielleicht nicht weitergeht und das Geschenk trotzdem passt?

Wenn du die meisten Fragen mit Ja beantworten kannst, liegst du richtig.

Fazit: Klein schenken, offen reden

Ein Weihnachtsgeschenk in der Kennenlernphase ist eine Möglichkeit, keine Pflicht. Nach zwei oder drei Dates reicht ein lieber Gruß, nach einigen Wochen regelmäßiger Treffen eine Kleinigkeit mit Bezug zu euren Gesprächen, und wenn ihr fast zusammen seid, darf es ein Erlebnis oder etwas Persönliches sein. In einer Situationship ist weniger meistens mehr, und die eigentliche Frage ist dort oft eine ganz andere.

Teuer, intim und symbolisch schwer passt in dieser Phase selten. Was dagegen fast immer funktioniert: ein kleines Geschenk mit großem Gedanken dahinter, eine gut gewählte Karte und ein lockeres „Schenken wir uns was?“, bevor einer von euch in Panik einkauft. Und wenn es trotzdem ungleich ausgeht, ist das ein Anlass, ehrlich über eure Erwartungen zu reden.

Häufige Fragen

Muss man sich in der Kennenlernphase etwas zu Weihnachten schenken?

Nein. Eine feste Regel gibt es nicht, und nach wenigen Dates rechnet kaum jemand fest mit einem Geschenk. Wenn ihr euch seit einigen Wochen regelmäßig seht, ist eine kleine Aufmerksamkeit eine nette Geste. Wer unsicher ist, fragt am besten kurz nach, ob ihr euch etwas schenken wollt.

Wie viel sollte ein Geschenk in der Kennenlernphase kosten?

Eine verbindliche Summe gibt es nicht. Als Faustregel: Nach wenigen Dates bleibt es bei einer Karte oder etwas eher Symbolischem, nach einigen Wochen bei einem kleinen Betrag, den die andere Person mühelos erwidern könnte. Wichtiger als der Betrag ist, dass beide ungefähr im selben Rahmen bleiben und das Geschenk zeigt, dass du zugehört hast.

Was schenkt man jemandem, den man erst seit kurzem datet?

Am besten passt etwas mit Bezug zu euren Gesprächen, ein kleines Erlebnis, das ein nächstes Treffen mitbringt, oder etwas Selbstgemachtes ohne großen Aufwand. Beispiele sind die Lieblingssorte Tee, ein Buch zu einem Thema, über das ihr gesprochen habt, oder zwei Karten für die Eisbahn.

Was sollte man in der Kennenlernphase nicht schenken?

Schmuck, Unterwäsche, Parfüm, teure Technik, Geld und alles, was nach Zukunftsplanung aussieht, etwa ein gemeinsamer Urlaub. Solche Geschenke setzen eine Verbindlichkeit voraus, die in den ersten Wochen meist noch nicht da ist, und bringen das Gegenüber in Verlegenheit.

Was tun, wenn ich ein Geschenk bekomme und selbst keins habe?

Bedank dich ehrlich und ohne lange Entschuldigung. Du kannst sagen, dass du nicht damit gerechnet hast und dich freust. Ein spontanes Gegengeschenk aus der Tankstelle ist unnötig. Wenn du möchtest, lädst du beim nächsten Treffen auf einen Kaffee oder Punsch ein.

Quellen

Zuletzt aktualisiert am 4. November 2026

Lena Sommer
Über die Autorin / den Autor
Lena Sommer

Lena schreibt so, wie sie mit Freundinnen redet: offen, mit Humor und ohne Beschönigung. Sie nimmt das Dating-Leben nicht zu ernst, und genau das macht ihre Texte leicht zu lesen.

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